Quartalsgewinn sinkt
Sorgenkind Media-Saturn verhagelt Metro die Bilanz

Deutschlands größter Handelskonzern Metro hat im zweiten Quartal weniger verdient als vor einem Jahr. Eine Tochter, die dem Konzern früher viel Freude machte, bremst ihn jetzt und das Schicksal von Kaufhof bleibt offen.
  • 0

DüsseldorfNach dem Kappen der Umsatzerwartungen fasst Metro nun auch seine Ergebnisprognose für 2011 nur noch mit spitzen Fingern an. Probleme bei der Tochter Media-Saturn und die Auswirkungen der Schuldenkrise auf die Verbraucher setzen dem Handelsriesen zu. Das „Chancen-Risiko-Profil“, ein Ergebniswachstum vor Sonderfaktoren von zehn Prozent zu erreichen, habe sich „nachteilig verändert“, räumte der Konzern am Dienstag ein. Nur bei einer „weiteren Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ sei dieses Jahr ein Ergebnisanstieg vor Sonderfaktoren um rund zehn Prozent zu erreichen - obgleich Metro die Prognose bekräftigte. Derzeit deuten Konjunkturindikatoren jedoch auf eine Abkühlung des Wirtschaftswachstums hin.

Metro hatte bereits seine Umsatzprognose für das laufende Jahr gekippt. Stagnierende Umsätze und ein Minus bei der über Jahre erfolgsverwöhnten Tochter Media-Saturn ließen den Konzern im zweiten Quartal nicht in Schwung kommen.

So lag Metro mit dem Ergebnis von April bis Juni unter den Erwartungen des Marktes. Bei einem stagnierenden Umsatz von 15,7 (Vorjahr: 15,7) Milliarden Euro wurde ein operativer Ertrag (Ebit) vor Sondereffekten von 306 (334) Millionen Euro erzielt. Nach Sonderfaktoren blieb ein Ebit von 267 (252) Millionen Euro. Der Nettogewinn sank auf 40 (44) Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten bei einem Umsatz von 15,85 Milliarden Euro einen operativen Gewinn vor Sondereffekten von 327 Millionen Euro und einen Überschuss von 95,5 Millionen Euro erwartet.

Im Dax enttäuschte Metro die Anleger, die Aktien fielen zum Handelsbeginn zeitweise um 4,1 Prozent und setzten damit ihre Talfahrt im Sog der Prognosesenkung vom Freitag fort.

Kaufhof schaut weiter ungewisser Zukunft entgegen

Das Schicksal der Warenhauskette Kaufhof ist weiter offen. Kaufhof entwickele sich gut und der Mutterkonzern Metro habe eine Reihe von Optionen für die Warenhauskette, sagte Metro-Chef Eckhard Cordes. Metro werde sich zudem nur dann von Kaufhof trennen, wenn ein Investor bereit sei, einen angemessenen Preis zu zahlen. Cordes zählt den Kaufhof nicht mehr zum Kerngeschäft der Metro und hält nach Investoren Ausschau. Derzeit schaue aber kein Interessent in die Bücher der Warenhauskette, sagte Cordes.

Der Kaufhof-Quartalsumsatz stieg dank Ostergeschäft um 1,3 Prozent auf 775 Millionen Euro. Besonders gut liefen Schuhe, Lederwaren und Spielwaren. Wie im Vorjahreszeitraum stand ein operativer Verlust von 15 Millionen Euro. Ohne die Kosten für das Schließen von vier Warenhäusern hätte der operative Verlust nur 4 Millionen Euro betragen. Entschieden wurde im zweiten Quartal, die zum 30. Juni 2012 auslaufenden Mietverträge für die Häuser in Gießen, Köln-Kalk, Oberhausen-City und Nürnberg-Aufseßplatz nicht zu verlängern und die Häuser zum Ende der Vertragslaufzeit zu schließen.

Seite 1:

Sorgenkind Media-Saturn verhagelt Metro die Bilanz

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Quartalsgewinn sinkt: Sorgenkind Media-Saturn verhagelt Metro die Bilanz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%