Quartalszahlen
Air Berlin fliegt dickes Minus ein

Tiefrote Zahlen bei Air Berlin: Deutschlands zweitgrößte Airline kann zum Jahresauftakt den stattlichen Verlust aus dem Vorjahreszeitraum nur minimal drücken. Schuld diesmal: die späten Osterferien.
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BerlinDie Fluggesellschaft Air Berlin ist zu Jahresbeginn erneut tiefer in die roten Zahlen geflogen. Trotz weiterer Einsparungen fiel der Nettoverlust im saisonbedingt schwachen ersten Quartal mit rund 210 Millionen Euro um sieben Prozent höher aus als ein Jahr zuvor. Das teilte Deutschlands zweitgrößte Fluglinie überraschend bereits am Mittwochabend mit.

Da die reisestarken Osterferien 2014 im Gegensatz zum Vorjahr komplett in den April fielen, ging der Umsatz in den ersten drei Monaten um vier Prozent auf 762 Millionen Euro zurück. Den Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) konnte Air Berlin um drei Prozent auf 183 Millionen eindämmen.

Damit sackte das Eigenkapital kurz vor der inzwischen vereinbarten Finanzspritze der arabischen Großaktionärin Etihad noch weiter ins Minus. Ende März lag es bei minus 399 Millionen Euro nach minus 186 Millionen zum Jahreswechsel.

Etihad schießt nun über eine Wandelanleihe schrittweise 300 Millionen Euro frisches Kapital zu, wie beide Seiten Ende April vereinbart hatten. Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer kündigte nun erneut deutliche Veränderungen im Unternehmen an. „Wir brauchen einen fundamentalen Wandel“, sagte der Vorstandschef laut Mitteilung. Es gelte, das Geschäft „nachhaltig aufzustellen“.

Konkrete Schritte müssen allerdings noch erarbeitet werden. Nach einem jahrelangem Schrumpfkurs wolle Air Berlin dieses Jahr wieder wachsen. Die Phase des Kapazitätsausbaus sei inzwischen abgeschlossen, erklärte Prock-Schauer. Auf Basis steigender Passagierzahlen solle die Auslastung verbessert werden und die Umsätze steigen.

Prock-Schauer sprach trotz des großen Minus von „deutlichen Auswirkungen“ des laufenden Sparprogramms „Turbine“. So habe Air Berlin die Kosten je angebotenem Sitzplatzkilometer jenseits des Treibstoffs im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8,2 Prozent gesenkt. Billiger kamen Air Berlin den Angaben zufolge die Einrichtungen an den Flughäfen. Für ihre Flugzeuge habe die Gesellschaft zudem günstigere Leasingverträge ausgehandelt.

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Im April von Lufthansa-Streik profitiert

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  • Viele "Rennstrecken, die Geld gebracht haben dürften (Maschinen stets ausgebucht, resp. bis auf den letzten Platz besetzt), wurden unter Mehdorn dichtgemacht.
    Das kann man natürlich so machen.
    Das Problem: Unternehmenskommunikation zur zahlenden Kundschaft scheint nicht zu Mehdorns Stärken zu gehören:
    Plötzlich waren die Flüge einfach nicht mehr buchbar.
    Sowas passiert ein bis zweimal beim Buchen und dann schaut man besser woanders.

    Man multipliziere so ein Kundenverhalten mit X.
    Dafür können weder das fliegende Personal noch das Bodenpersonal etwas.
    Das wirkt wie Streicharien nach Gutsherrenart.


  • eigentlich eine gute Airline. Ich war bei meinen Flügen immer sehr zufrieden. Keine Ahnung, was da falsch läuft.

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