Quartalszahlen
Deutsche Börse erreicht Rekordergebnis

Gestützt von der hohen Volatilität der Aktienmärkte und der erstmals konsolidierten Derivatebörse ISE hat die Deutsche Börse AG das erste Quartal des Jahres 2008 Rekordzahlen abgeschlossen. Dies übertraf die ohnehin positiven Analysteneinschätzungen. Die Prognose macht dabei sogar noch Hoffnung auf mehr.

HB FRANKFURT. Die Deutsche Börse hat dank starker Handelsumsätze an den Finanzmärkten und der Übernahme der US-Optionsbörse ISE erneut ein Rekordergebnis vorgelegt. In den ersten drei Monaten steigerte der Frankfurter Börsenbetreiber nach Angaben vom Dienstag den operativen Gewinn (Ebita) um 42 Prozent auf 425,8 Mill. Euro und lag damit klar über den Analystenschätzungen. „Die rege Handelstätigkeit an den Kassa- und Terminmärkten der Deutschen Börse sowie die gute Geschäftsentwicklung bei Clearstream haben uns diesen neuen Quartalsrekord ermöglicht“, sagte Finanzvorstand Thomas Eichelmann.

Den Umsatz steigerte die Deutsche Börse um 19 Prozent auf 644,5 Mill. Euro. Dazu trug die erstmals voll bilanzierte US-Optionsbörse ISE 59,6 Mill. Euro bei. Organisch lag das Wachstum bei acht Prozent. Der Nettogewinn kletterte auf 304,2 (Vorjahr: 192,3) Mill. Euro.

Damit sieht sich die Börse auch für das Gesamtjahr weiter auf Rekordkurs. „Auf Basis der guten Geschäftsentwicklung im ersten Quartal, struktureller Wachstumschancen über unser gesamtes Geschäftsportfolio, der erhöhten Volatilität an den internationalen Märkten und unserer strikten Kostendisziplin gehen wir von weiterem Ertragswachstum in 2008 aus“, sagte Eichelmann.

Den größten Umsatzbeitrag brachte dem Konzern in den ersten drei Monaten des Jahres die Terminmarkt-Tochter Eurex: Dank des anhaltenden Booms an den weltweiten Derivatemärkten und der ISE wuchsen ihre Erlöse um 52 Prozent auf 271,5 Mill. Euro. Der Abwicklungsdienstleister Clearstream setzte mit 253,2 Mill. Euro rund neun Prozent mehr um. Die für die Abwicklung und Abrechnung des Wertpapierhandels zuständige Luxemburger Gesellschaft baute den operativen Gewinn um 32 Prozent aus.

Wegen der Börsenturbulenzen wuchsen die Umsatzerlöse mit dem Handelssystem Xetra um vier Prozent auf 115,7 Mill. Euro. Dabei seien die Handelsaktivitäten von Privatanlegern allerdings zurückgegangen. Insgesamt schwächten sich der Handel im Lauf des Quartals stark ab. Dies und die Sorge vor zunehmendem Wettbewerb durch alternative Handelsplattformen hatte die Aktie der Börse in den vergangenen Wochen unter Druck gesetzt. Seit Jahresbeginn haben die Papiere 24 Prozent verloren, gehörten allerdings 2007 mit einem Plus von fast 95 Prozent zu den Überfliegern im Dax.

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