Quartalszahlen
Douglas kann Prognose nicht halten

Douglas profitiert nur noch bedingt von seiner breiten Aufstellung: Der Hagener Parfümerie-, Buch- und Schmuckanbieter bleibt zwar noch auf Wachstumskurs, kann die Prognose aber nicht halten.

HB DÜSSELDORF. Wegen der Konsumflaute in wichtigen europäischen Märkten hat der Handelskonzern Douglas seine Umsatzerwartungen für das Geschäftsjahr 2008/09 gesenkt. Durch die Schließung unrentabler Filialen im Ausland rechnet der durch seine Parfümerien und Buchhandlungen bekannte Konzern zudem mit deutlich weniger Gewinn als noch im Vorjahr. Auf die Expansion in neue Märkte will Douglas bis auf Weiteres verzichten.

„Leider haben auch wir in einigen Auslandsmärkten die Kaufzurückhaltung stark zu spüren bekommen“, bilanzierte Douglas-Chef Henning Kreke am Dienstag. Douglas sei aber zuversichtlich, die „aktuellen Turbulenzen gut überstehen zu können“. Kreke kürzte die bisherige Umsatzerwartung des Konzerns. Statt des bislang angestrebten Zuwachses von drei bis sechs Prozent rechnet er nun mit einem Zuwachs von noch rund zwei Prozent. Der Gewinn werde zudem deutlich unter den Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres liegen.

Das Ergebnis vor Steuern werde nun bei 120 bis 130 Mio. Euro erwartet. Belastet wird es zudem zusätzlich durch Einmaleffekte in Höhe von 20 bis 30 Mio. Euro. Die Kosten entstehen unter anderem durch die Schließung unrentabler Filialen im Ausland. Damit werde effektiv ein Vorsteuergewinn von 90 bis 110 Mio. Euro erwartet, was eine „negative Überraschung“ sei, schrieben Equinet-Analysten. Im Geschäftsjahr 2007/08 hatte Douglas vor Steuern noch 147 Mio. Euro verdient. An der Börse lagen die Douglas-Aktien knapp im Minus bei 31,66 Euro.

In den ersten sieben Monaten des Geschäftsjahres 2008/09 mit dem wichtigen Ostergeschäft aus dem April verbuchte Douglas auf vergleichbarer Fläche im deutschen Heimatmarkt einen leichten Umsatzrückgang von 1,1 Prozent. Im Ausland fiel der Umsatz um 2,5 Prozent. Vor allem in stark unter den Folgen der Wirtschaftskrise leidenden Ländern wie Spanien, Portugal, Italien und Ungarn sowie im Baltikum bröckelten die Erlöse. In der Vergangenheit hatte Douglas noch - ähnlich wie andere deutsche Handelskonzerne - von der Expansion ins Ausland profitiert.

Doch Konsumflaute und Währungsschwankungen bereiten den Unternehmen wie etwa auch dem Konkurrenten Metro Probleme. Deutliche Wachstumsraten konnte Douglas nur noch im Geschäftsbereich Bücher mit dem Thalia-Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbuchen. Neue Märkte will Kreke insgesamt bis zum Herbst nicht mehr erschließen. Die Investitionssumme für das Geschäftsjahr wurde auf 140 (155,5) Mio. Euro reduziert.

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