Quartalszahlen
Ebay macht mehr Schotter mit Paypal

Paypal zahlt sich für Ebay aus: Das Internet-Handelsunternehmen hat für das vierte Quartal glänzende Zahlen vorgelegt. Gewinn und Umsatz sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kräftig gestiegen.
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San Francisco/San JoseDas Internet-Handelshaus Ebay hat dank eines wachsenden Kerngeschäfts und gestiegener Transaktionen in seiner Bezahlsparte PayPal seinen Quartalsgewinn fast vervierfacht. Im vierten Quartal habe das Netto-Einkommen bei zwei Milliarden Dollar nach 559 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum gelegen, teilte der Amazon-Konkurrent am Mittwoch nach Börsenschluss in New York mit.

Der gewaltige Sprung lag jedoch vor allem am Verkauf einer wohlbekannten Beteiligung: Ebay hat einen dicken Scheck für seine verkaufte Tochter Skype bekommen. Knapp 2,3 Milliarden Dollar gingen auf dem Konto des Online-Handelsspezialisten ein und trieben damit den Gewinn kräftig nach oben. Die gewaltige Summe kam von Microsoft. Der Software-Primus hatte Skype zur Jahresmitte für insgesamt 8,5 Milliarden Dollar von einer Gruppe von Investoren übernommen, zu der auch Ebay gehörte.

Der Umsatz schnellte um 35 Prozent auf 3,38 Milliarden Dollar nach oben. Im Schlussquartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft drehte Ebay noch einmal auf und profitierte davon, dass immer mehr Menschen ihre Geschenke online kaufen. Dabei legte der Online-Bezahldienst PayPal abermals kräftiger zu als der Marktplatz selbst.

Meistgesuchter Begriff auf der deutschen Plattform Ebay.de war allerdings nicht etwa „Apple iPad“, sondern „Playmobil“. Die Auswahl war reichlich: Auf dem deutschen Ableger des Marktplatzes haben im vergangenen Jahr 175.000 gewerbliche Verkäufe und 5,4 Millionen Privatleute ihre Waren angeboten.

Ebay hat sein Geschäft mittlerweile allerdings weit über die Auktionsplattform, mit der alles angefangen hatte, ausgeweitet. „Wir sind eine andere Ebay heute“, sagte Firmenchef John Donahoe. Der Bezahldienst PayPal hat sich längst als feste Größe im Internet etabliert und versucht nun, auch im Einzelhandel vor Ort Fuß zu fassen.

Der zugekaufte Dienstleister GSI unterstützt fremde Firmen etwa beim Betrieb von deren Online-Shops. „Wir wollen Einzelhändlern dabei helfen, konkurrenzfähig zu bleiben“, sagte Donahoe in einer Telefonkonferenz und fügte mit einem Seitenhieb auf den großen Rivalen Amazon hinzu: „Aber wir werden niemals mit den Händlern konkurrieren.“ Ebay bietet anders als Amazon selbst keine Waren an, sondern stellt nur die Verkaufsplattform zur Verfügung.

Pro Aktie erzielte Ebay ein Ergebnis von 1,51 Dollar nach 42 Cent im Vorjahr. Anleger reagierten auf die Zahlen erfreut: Im nachbörslichen Handel gewann die Ebay-Aktie 2,5 Prozent.

Allerdings störte sich so mancher Investor am Ausblick auf das laufende Jahr. Denn hier rechnet Ebay mit einem Umsatzplus von maximal 20 Prozent. Im Gesamtjahr 2011 hatte der Amazon-Rivale dagegen um 27 Prozent zulegen können. Das lag jedoch auch am Zukauf des Onlinehandels-Dienstleisters GSI.

Gespannt schauen die Börsianer nun darauf, wie sich Amazon schlägt. Der weltgrößte Onlinehändler legt seine Zahlen fürs Schlussquartal in zwei Wochen vor (31. Januar). Das Management hatte bereits gewarnt, dass ein Verlust anfallen könnte. Grund ist der beschleunigte Ausbau des Geschäfts etwa mit neuen Versandzentren. Das verschlingt Unmengen an Geld, soll sich für Amazon aber am Ende des Tages rechnen beim Kampf um die Gunst der Online-Einkäufer.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Quartalszahlen: Ebay macht mehr Schotter mit Paypal"

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  • Dann können wir uns jetzt wohl auf Piepen, Penunzen, Moneten, Zaster, Knete, Marie und Mäuse einstellen. Übrigens: Richtig schön wäre zu einem Steinbruch, der die Gleisbauer der Bahn beliefert, die Zeile "...macht mehr Kohle mit Schotter". ;-)

  • @ Redaktion
    SCHOTTER??

    Unmögliche Wortwahl, das ist unter BLÖD Niveau. HB wollte doch eine einigermassen seriöse Publikaion sein.

    Wollte ein Praktikant witzig sein?

    PS: Als Wortspiel in anderem Zusammenhang (RUAG macht mehr Schotter mit Kohle) wäre es noch gegangen, aber so ist es unterirdisch

  • Kein Wunder bei den HORRENDEN Paypal-Gebühren von bis ca.6% für vom Zahlungsbetrag plus Umrechnungsmargins bei Fremdwährungen und dann unverzinste Guthaben, die noch nicht einmal der Einlagensicherung unterliegen !

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