Quartalszahlen
Post verdient im Briefgeschäft weniger

Die Deutsche Post hat im ersten Quartal in etwa so viel umgesetzt wie im Vorjahreszeitraum und das operative Ergebnis gestiegert. Analysten hatten jedoch mehr erwartet. Das Unternhemen sieht sich für das Gesamtjahr hingegen auf dem richtigen Kurs.

HB DÜSSELDORF. „Das erste Quartal ist wie geplant gelaufen und stimmt uns zuversichtlich für das Gesamtjahr“, bilanzierte Finanzvorstand Edgar Ernst am Montag vor Analysten. „Wir haben ein Ergebnis von mindestens 3,6 Mrd. € in diesem Jahr in Aussicht gestellt, und das werden wir auch erreichen.“ Dazu muss die Post ihr Sparprogramm Star vorantreiben und die Verluste in den USA in den Griff bekommen. Skeptisch äußerten sich die Experten über die Entwicklung im deutschen Briefgeschäft.

Von Januar bis März 2005 steigerte die Post ihr operatives Ergebnis (Ebit) um 2,8 % auf 871 Mill. €. Zu Gute kam ihr dabei der Wegfall regulärer Goodwill-Abschreibungen nach dem neuen Bilanzierungsstandard IFRS. Der Umsatz blieb mit 10,53 (Vorjahr: 10,57) Mrd. € praktisch stabil. Der Konzerngewinn stieg leicht auf 455 (446) Mill. € und lag damit knapp unter den Erwartungen der Analysten.

„Die Zahlen sind insgesamt wie erwartet ausgefallen“, sagte Per-Ola Hellgren, Analyst der Landesbank Rheinland-Pfalz. Andere Experten sagten, das Briefgeschäft sei zwar hinter dem Vorjahr zurückgeblieben, doch sei im Laufe des Jahres mit Besserungen zu rechnen. Die Post-Aktie büßte am Montag 1,3 % auf 18,19 € ein.

Im Briefgeschäft musste die Post auch auf Grund des Wegfalls von zwei Arbeitstagen im Vergleich zum Vorjahr durch die frühen Osterfeiertage einen Gewinnrückgang um knapp 14 % auf 643 Mill. € hinnehmen. Der Konzernumsatz sank leicht auf 3,26 Mrd. €. Ostern habe zu einem Umsatzrückgang um rund 100 Mill. € und einem entsprechenden Minus bei den Erträgen geführt. Dieser Effekt werde sich im zweiten Quartal umkehren und der Post ein Umsatzplus bescheren, kündigte Ernst an.

Zudem muss der Konzern die Effekte der leichten Portosenkung für Kompaktbriefe in Deutschland zu Jahresbeginn verkraften. Das internationale Briefgeschäft legte Ernst zufolge aber zu. Er erwarte, dass diese Entwicklung anhalte und sich die Post weiter vom deutschen Briefmonopol abkoppele. Konzernweit fuhr die Post im ersten Quartal 48 % des Umsatzes im Ausland ein.

Ein deutliches Plus verbuchte die Logistik-Sparte, die ihr Ebit auf 60 (34) Mill. € fast verdoppelte. Im Express- Geschäft verließ die Post die Verlustzone und erzielte ein Ebit von 37 Mill. €. Allein in der Verlustregion Nordamerika, wo die Post versucht, den Konkurrenten UPS und FedEx auf deren Heimatmarkt Marktanteile streitig zu machen, senkte sie den Fehlbetrag im Geschäft mit Expresspaketen um 14 Mill. auf 133 Mill. €. Bis zum Jahresende will die Post den Verlust in den USA und Kanada auf bis zu 300 Mill. € vermindern, Ende 2006 soll dort die Gewinnschwelle erreicht werden, bekräftigte Ernst.

Auch die Sparte Finanzdienstleistungen mit der Postbank legte im ersten Quartal zu. Sie soll das Ergebnis in diesem Jahr um fünf bis zehn Prozent im Vergleich zu den 2004 erzielten 692 Mill. € steigern.

Einen Beitrag zum Quartalsergebnis leistete erneut das Spar- und Wertsteigerungsprogramm Star. Maßnahmen aus dem Programm schlugen im ersten Quartal mit 101 Mill. € zu Buche. Seit Beginn des Programms Ende 2002 erbrachte Star damit Einsparungen von insgesamt 963 Mill. €. Bis zum Jahresende sollen es 1,4 Mrd. € sein. Dazu muss die Post rein rechnerisch in den drei Quartalen bis Jahresende jeweils 140 Mill. € und damit deutlich mehr als in den ersten drei Monaten einsparen.

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