Quiksilver Freizeitmodehersteller ist insolvent

Der vor allem für Surfermode bekannte Bekleidungskonzern Quiksilver ist insolvent – ein Plan zur Restrukturierung liegt schon vor. Die Aktie des schwer gebeutelten Konzerns sackte zuletzt um 80 Prozent ab.
Der vor allem für seine Freizeit- und Surfermode bekannte Bekleidungskonzern Quiksilver ist pleite. Quelle: ap
Quiksilver stellt Insolvenzvertrag

Der vor allem für seine Freizeit- und Surfermode bekannte Bekleidungskonzern Quiksilver ist pleite.

(Foto: ap)

Huntington BeachDer Sport- und Bekleidungskonzern Quiksilver hat in den USA Insolvenzantrag gestellt. Die Geschäfte im Ausland sollen davon allerdings nicht betroffen sein, teilte das in über 100 Ländern vertretene Unternehmen am Mittwoch mit. Quiksilver steckt tief in der Krise: Der Aktienkurs des 1969 in Australien gegründeten, aber im kalifornischen Huntington Beach ansässigen Konzerns ist in diesem Jahr um knapp 80 Prozent auf zuletzt 45 Cent gefallen.

Der Börsenwert der Unternehmensgruppe, zu der neben dem Lifestyle- und Surflabel Quiksilver die Marken Roxy Clothing und DC Shoes gehören, liegt nur noch bei etwa 78 Millionen Dollar (knapp 70 Millionen Euro). Im ersten Halbjahr 2015 fiel ein Nettoverlust von gut 48 Millionen Dollar an. Nun soll der hochverschuldete Konzern unter Gläubigerschutz gestellt und mit einer 175 Millionen Dollar schweren Finanzspritze des Finanzinvestors Oaktree Capital Management und der Bank of America aufgepäppelt werden.

US-Modeketten unter Druck
American Apparel
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American-Apparel-Geschäft in New York: Viele amerikanische Kult-Marken befinden sich in der Krise. So auch American Apparel.

American Apparel
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Die Umsätze fallen seit 2010, Gewinne verwandelten sich längst in Verluste. Entlassungen und Filialschließungen stehen bevor.

Abercrombie & Fitch
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Model in einer Abercrombie & Fitch-Filiale in New York: Die übersexualisierten Werbemaßnahmen ziehen nicht mehr bei den Kunden. Die Marke verzeichnete zuletzt das elfte Quartal in Folge sinkende Umsätze.

Abercrombie & Fitch
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Ende 2014 nahm Vorstandschef Mike Jeffries nach 20 Jahren gezwungenermaßen seinen Hut als Chef des Teenie-Labels ab. Heftige Kritik musste er für ein Interview aus dem Jahr 2006 einstecken. „Einige Menschen gehören nicht in unsere Kleidung“, spöttelte er mit Blick auf übergewichtige Kunden und Kundinnen, „und sie passen auch nicht rein.“

Gap
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Gap-Filiale in Miami: 175 von 675 Geschäften in Nordamerika sollen geschlossen werden. Die Modekette setzt zudem...

Old Navy
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...auf die Billigmarke Old Navy, die Umsatz und Gewinn rasant steigern konnte – eher auf Kosten der anderen Marken als der Konkurrenz, fürchten Beobachter und Analysten.

J.Crew
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Auch die frühere Exklusiv-Modekette fährt eine ähnliche Strategie. Anfang Juli 2015 verkündete J.Crew in den USA die Eröffnung einer Billigkette namens „J.Crew Mercantile“ für „preisbewusste“ Kunden.

Die Restrukturierung, der das Insolvenzgericht noch zustimmen muss, wird laut Quiksilver von 73 Prozent der wichtigsten Investoren unterstützt. „Wir haben uns nach sorgfältigen Überlegungen für diesen schwierigen, aber notwendigen Schritt entschieden“, sagte Quiksilver-Chef Pierre Agnes. Dank der Finanzhilfe könnten Verpflichtungen gegenüber Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern erfüllt werden. Der operative Geschäftsbetrieb soll wie gewohnt weiterlaufen.

  • dpa
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