Quoten geben EU und USA nur kurzfristigen Schutz
Chinas Textilhandel sprengt längst alle Grenzen

Seit dem Beitritt zur Welthandelsorganisation im Jahr 2001 dominiert China den Textil- und Bekleidungswelthandel mit einem Anteil von 20 Prozent.

HB DÜSSELDORF. Ein kurzer Blick in den Kragen eines T-Shirts, einer Bluse oder eines Sakkos reicht aus, um die Ausmaße der Welttextilproduktion zu erfassen. „Made in China“, „made in Turkey“, „made in Croatia“ steht auf den Etiketten. Und dabei ist es egal, ob es sich um ein Oberteil der Luxusmarke Escada handelt oder eines Billigheimers wie H&M. Der Herkunftshinweis macht klar, dass der Streit um Textilquoten nur noch ein Scheingefecht ist. Die Welttextilproduktion ist längst global.

„Der Aufstieg Chinas zur Schneiderei der Welt ist nicht mehr aufzuhalten“, sagt Eric Heymann, Branchenanalyst der Deutschen Bank. Seit dem Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2001 dominiert China den Textil- und Bekleidungswelthandel mit einem Anteil von 20 Prozent. In dieser Zeit löste das Reich der Mitte auch Mexiko und die Türkei als traditionell wichtigste Lieferländer der USA und der Europäischen Union ab.

Die Gründe für den Aufstieg Chinas liegen dabei nicht ausschließlich im hohen Arbeitskräftepotenzial. Auch sind die Stundenlöhne in Indien, Bangladesch und Kambodscha niedriger. China zeichnet sich durch die geringste Abhängigkeit von Importen textiler Vorprodukte aus. So ist das Land zum Beispiel auch der weltgrößte Produzent von Baumwolle. Die Wertschöpfungskette ist somit komplett integriert.

Nach einer Studie der Beratung McKinsey erreicht die Produktivität der chinesischen Bekleidungsexporteure 55 Prozent des US-Niveaus – die der indischen Kollegen liegt nur bei 35 Prozent. Zurückzuführen ist die hohe Produktivität auch auf massive Investitionen in den vergangenen Jahren. Nach Angaben der International Textile Manufactures Federation (ITMF) wurden von 1994 bis 2003 über 55 Prozent aller weltweit ausgelieferten Webmaschinen in China installiert.

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