Rabatte sollen Käufer locken – Boom bei Luxuswaren
US-Händler starten kurz vor Weihnachten einen Preiskrieg

Weihnachtseinkäufer in den USA konnten am vergangenen Wochenende Geschenke mit hohen Rabatten erstehen. Grund: Das Geschäft läuft nicht nach Plan.

tmo/wsj NEW YORK. Vor allem Verbraucher mit niedrigen bis mittleren Einkommen haben seit Beginn der Weihnachtssaison Ende November weniger eingekauft als erwartet. Experten befürchten daher, dass die US-Handelsbranche das angepeilte Umsatzplus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr nicht erreicht.

„Die Einkaufszentren waren voll, aber es gab keine Kaufpanik“ schilderte Jim Neal von der Unternehmensberatung Kurt Salmon Associates das vergangene Wochenende. Neals Firma zählte im November zu den Optimisten, die höhere Weihnachtsumsätze erwarteten. Als positive Faktoren galten die vorsichtige Planung und niedrige Lagerhaltung vieler Händler, die auf weniger Bedarf für hohe Rabatte hoffen ließ.

Doch ein warmer Herbst und ein Mangel an starken Trends bei Mode und Geschenkartikeln führte dazu, dass nun doch ein Preiskrieg losbricht. „Die Rabatte könnten die bisherigen Ertragserwartungen gefährden“, sagt Berater Neal.

Zwar erleben Luxuswaren einen ungebrochenen Boom. Davon profitieren Edel-Händler wie die Kaufhauskette Neiman Marcus. Dort zählten am vergangenen Wochenende Designer-Handtaschen der Marken Pradau und Gucci zu den Rennern. Auch kleine Metallanhänger für Prada-Taschen, zu 138 Dollar, verkauften sich gut, sagte Neiman-Marcus- Sprecherin Stacie Shirley.

Sorgen bereitet dagegen das US- Massengeschäft. Dort zeichnet sich ab, dass manche Unter- und Mittelschicht-Amerikaner ihr Weihnachtsbudget angesichts hoher Benzin- und Heizkosten gekappt haben. Das Chicagoer Institut Shopper-Trak schätzt, dass die US-weiten Handelsumsätze am Samstag mit 6,7 Dollar um sieben Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. „Diese Zahl ist alarmierend“, sagte Unternehmensgründer Bill Martin.

Beim Bekleidungshändler Gap im Einkaufszentrum Woodfield außerhalb von Chicago lagen am Wochenende stark reduzierte Winterwaren in großen Wühl-Abteilungen aus. Die Kette „The Express“ im gleichen Einkaufszentrum reduzierte die Preise für sämtliche Pullover um 50 Prozent.

Die schier unstillbare Konsumlust vieler Durchschnittsamerikaner stößt inzwischen an ihre Grenzen: „Ich habe seit vier Jahren keine Gehaltserhöhung bekommen, während Benzin, Miete und Lebensmittel immer teurer werden“, beklagt die 43jährige Imelda Cubota beim Weihnachtseinkauf im Einkaufszentrum Westside Pavilion bei Los Angeles. Cubota, die tagsüber als Sekretärin und abends für ein Marktforschungsinstitut arbeitet, plante für 1 000 Dollar zu kaufen. Im vergangenen Jahr gab sie 1500 Dollar aus.

Der Diskontriese Wal-Mart bestätigte sein Ziel, den Dezember-Umsatz um ein bis drei Prozent gegenüber dem Vorjahr zu steigern. Bis vor zwei Wochen erwartete der weltgrößte Handelskonzern noch ein Umsatzplus von zwei bis vier Prozent.

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