Rabatte und Billigaktionen verstärken den Niedergang des Warenhauskonzerns
Managementfehler reißen Karstadt in die Krise

Karstadt-Quelle verdankt seinen Niedergang in erster Linie groben Managementfehlern. In diesem Punkt sind sich nahezu sämtliche Analysten einig. Dass der zweitgrößte börsennotierte Handelskonzern Deutschlands der heimischen Konsumflaute zum Opfer gefallen ist, halten Branchenexperten nur für die halbe Wahrheit.

DÜSSELDORF. Denn Vorstände und Aufsichtsräte des Konzerns hätten dies durch richtige Weichenstellungen in den vergangenen Jahren wirksam verhindern können. Inzwischen sei der Turn-around allerdings äußerst schwierig, glauben Experten. „Man würde es keinem Sanierer verübeln, wenn er daran scheitert“, sagt Christoph Rehbach, Analyst bei HSBC Securities.

Überraschend jedenfalls kommt die Krise nicht. Seit Anfang der achtziger Jahre verlieren die Warenhäuser in Deutschland dramatisch Marktanteile. Lagen sie einst bei zwölf Prozent, sind sie inzwischen unter die Vier-Prozent-Marke gerutscht. Kleinpreis-Warenhäuser wie die Metro-Tochter Kaufhalle und zahlreiche Kaufring-Häuser sind längst vom Markt verschwunden. Über die Einkaufsgemeinschaft Kaufring selbst wurde vor einigen Jahren das Konkursverfahren eröffnet.

Die Bedrohung nahm Karstadt offenbar nicht ernst. In der Essener Zentrale schaute man weg, als Discounter wie Aldi und Lidl Sortimente in die Regale packten, die Kunden bis dahin zu deutlich höheren Preisen auch in den innerstädtischen Warenhäusern vorfanden. Der Vormarsch der erfolgreichen Discounter war keineswegs der einzige Warnschuss für Karstadt- Quelle. Auch Fachmärkte wie Media-Markt und Saturn zogen die Kundschaft scharenweise ab. Das verlustreiche Geschäft mit Elektroartikeln ließen die Warenhäuser dennoch bis vor kurzer Zeit weiterlaufen.

Gleichzeitig machten Ketten wie Hennes & Mauritz dem behäbigen Handelskonzern das Kerngeschäft streitig: den Verkauf von Modeartikeln. Bei Karstadt macht es fast die Hälfte des Umsatzes aus. Vom Trendscout über die Produktion bis hin zum Verkauf in den Fußgängerzonen halten diese so genannten „vertical branders“ alles in einer Hand – und können damit erheblich schneller auf aktuelle Trends reagieren. Immer häufiger blieb die konkurrierende Ware bei Karstadt daher in den Regalen liegen.

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