Rabattfeuerwerk erwartet
Montag beginnt der vermutlich letzte SSV

Nach 100 Jahren soll nun Schluss sein: Am Montag beginnt im deutschen Einzelhandel der vermutlich letzte Sommerschlussverkauf (SSV). Schnäppchenjäger können sich dennoch freuen. Denn zum erwarteten SSV-Abschied rechnet der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) in den kommenden zwei Wochen mit Preisnachlässen von durchschnittlich rund 50 Prozent.

HB/dpa HAMBURG. „Auch in diesem Jahr wird es wieder ein großes Rabattfeuerwerk geben. In der Spitze sind Nachlässe von 75 Prozent oder noch mehr drin“, sagte HDE-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr. Zudem sollen die Händler künftig das ganze Jahr über mit Sonderverkäufen locken dürfen.

Nach den Plänen der Bundesregierung soll die Schlussverkaufsregel aus dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) gestrichen werden. In Deutschlands größtem Kaufhaus, dem KaDeWe in Berlin, wird bereits seit Wochen kräftig reduziert. „Wir werden natürlich auch in Zukunft Rabattwochen haben“, sagte KaDeWe-Sprecherin Dagmar Flade.

Über die Zukunft des Schlussverkaufs sind sich die verschiedenen Handelsverbände uneins. Der HDE fordert, die Marke gesetzlich zu schützen und mit der Bezeichnung Schlussverkauf auch künftig nur zwei Mal im Jahr in festen Zeiträumen zu werben. Der kleinere Handelsverband BAG, der vor allem innenstädtische Geschäfte vertritt, lehnt einen Markenschutz dagegen ab. Der BAG verwies darauf, dass die Rabattaktionen immer früher beginnen. Im Modebereich werde heute bis zu zwölf Mal im Jahr die Kollektion gewechselt. Dabei gebe es jedes Mal Preisnachlässe für Auslaufmodelle.

Trotz dauerhafter Konsumflaute blicken die meisten Einzelhändler dem SSV zuversichtlich entgegen. Der niedersächsische Verband rechnet mit einem besondern Andrang: „Wenn eine solche jahrzehntelange beliebte Einrichtung vor dem Aus steht, raffen sich viele noch mal auf“, hofft Hauptgeschäftsführer Klaus Treichel. Das Kieler Einkaufszentrum Sophienhof rechnet im SSV mit einem regelrechten Kundenansturm. In den Geschäften und Boutiquen gebe es schon vor dem SSV-Start täglich Fragen nach drastisch reduzierter Ware. Auch in Bayern versuchen die Einzelhändler schon seit Wochen, die Kunden mit Sonderangeboten auf die Schnäppchenzeit einzustimmen.

Angesichts der lang anhaltenden Branchenflaute ist der Ausverkauf diesmal für die Händler besonders wichtig. „Der Schlussverkauf ist der wesentliche Umsatzimpuls zum Ende der Saison“, sagte Geschäftsführer Ralf Ziebula vom Münchner Kaufhaus Sport-Scheck.

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