Rabattschlachten und Geschäftsaufgaben
Kfz-Handel erwartet Einbruch bei Neuzulassungen

Sinkende Pkw-Neuzulassungen, ein Händlersterben und neue Rabattschlachten: Zu seinem 100-jährigen Jubiläum hat der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) die Autohändler auf schwierige Zeiten eingestimmt.
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BERLIN. "Wir befinden uns mitten in einem umfassenden Strukturwandel", sagt ZDK-Präsident Robert Rademacher. Für nächstes Jahr prognostiziert der im November 1909 gegründete Verband einen Einbruch der Pkw-Neuzulassungen um mindestens eine Million. "Wir rechnen mit 2,7 bis 2,8 Millionen Neuzulassungen", sagte Rademacher.

Die staatliche Abwrackprämie hatte der Branche in diesem Jahr hohe Verkaufszahlen beschert, weil viele Kunden ihre Käufe vorzogen: Der ZDK prognostiziert rund 3,8 Millionen Neuzulassungen. 2008 waren es knapp 3,1 Millionen. Nach dem Wegfall der Abwrackprämie kommen immer mehr Händler unter Druck, weil sich die Käufer an hohe Preisabschläge gewöhnt haben. Die aber gehen an die Substanz der meist mittelständischen Betriebe, deren Renditen schmelzen.

Anhaltende Rabattschlacht erwartet

Der ZDK befürchtet, dass die Rabattschlacht 2010 anhält - befeuert auch von Autoherstellern, die ihre Lager räumen wollen. "Die schlimmsten Befürchtungen könnten übertroffen werden", sagte Rademacher zu Prognosen von Experten, die für 2010 Rabatte von 25 Prozent vorhersagen. Der ZDK fordert deshalb von den Herstellern, sich stärker an der Nachfrage auszurichten. "Solange zu viel Ware in den Markt gepresst wird, werden wir nicht zu vernünftigen Ergebnissen kommen", sagte Rademacher.

Auch wegen ruinöser Rabatte werden viele Händler zur Geschäftsaufgabe gezwungen sein werden. Die Zahl der Vertragshändler werde in den kommenden acht bis zehn Jahren von derzeit 19.000 auf bis zu 15.000 sinken. "Das ist ein schmerzlicher Anpassungsprozess", sagte Rademacher. "Der Trend hin zu weniger, aber größeren Unternehmen mit mehreren Betriebsstätten wird sich fortsetzen." Führe ein Unternehmen heute zwei Betriebsstätten, so dürften es künftig bis zu vier sein.

Der ZDK vertritt rund 39.1000 Händler- und Servicebetriebe mit rund 460.000 Beschäftigten, die einen Jahresumsatz von fast 130 Milliarden Euro erwirtschaften. Die Ursprünge des Verbandes reichen bis ins Jahr 1909 zurück: Damals wurde der Automobil-Händler-Verband für Rheinland und Westfalen gegründet.

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