Radikalkur für schweizer Fluglinie
Swiss streicht ein Viertel der Strecken

Die in roten Zahlen operierende Schweizer Fluggesellschaft Swiss streicht ihr Streckennetz zusammen und wird ab dem kommenden Winterflugplan nur noch 71 anstatt wie bisher 96 Ziele anfliegen. In die Lücken sollen nach den Vorstellungen der Zürcher Flughafenbetreiberin Unique ausländische Fluglinien treten. Mit einer Reihe von Gesellschaften werde bereits verhandelt, erklärte Unique am Freitag.

Reuters ZÜRICH. Swiss lässt ab 26. Oktober unter anderem die Verbindungen von Zürich nach Venedig, Florenz, Oslo, Valencia und Krakau wegfallen. Auch nach Rio de Janeiro, Peking, Delhi oder Teheran wird es keine Swiss-Flüge mehr geben. Und die Schweizer Hauptstadt Bern wird von der nationalen Fluglinie künftig überhaupt nicht mehr bedient. Weniger Flüge wird es auch von den Flughäfen Basel, Genf und Lugano aus geben.

Alles in allem Swiss fliegt nurmehr 41 statt 56 europäischen Destinationen an. Die Zahl der Interkontinentalverbindungen wird auf 30 von vorher 40 abgebaut. Anders gerechnet werden so rund 27 % der angebotenen Sitzkilometer gestrichen, so Swiss. Die Kürzung fällt damit etwas geringer aus als die Ende Juni angekündigte Reduktion um ein Drittel.

„Die Bekanntgabe des Winterflugplanes ist für andere Fluggesellschaften ein wichtiger Faktor“, so Unique. Die bereits laufenden Gespräche über Direktflüge nach Zürich mit zahlreichen ausländischen Airlines könnten nun vertieft werden. Zunächst werde sich die Zahl der mit Zürich direkt verbundenen Destinationen um etwa fünf bis 12 % reduzieren, so Unique.

Ende Juni hatte Swiss angekündigt, neben dem Streckennetz auch die Flotte um rund ein Drittel zu verkleinern und 3000 Arbeitsplätze abzubauen. Swiss will ab dem Winterflugplan mit 79 Maschinen operieren. Der Restrukturierungsplan, der das Überleben der Swiss sichern soll, sieht Kostensenkungen um 1,6 Mrd. Franken vor und setzt voraus, dass Swiss sich bei den Banken baldmöglichst neue Liquidität über 500 Mill. Franken beschaffen kann. Beobachter gehen davon aus, dass Swiss - wenn die Restrukturierung erfolgreich ist - an einer Allianz teilnehmen oder gar übernommen werden könnte. Als möglicher Partner wurde wiederholt auch von der Swiss selbst die Lufthansa ins spiel gebracht.

Das erste Halbjahr 2003 brachte Swiss trotz der bereits reduzierten Flüge und dem Einsatz von zum Teil kleineren Maschinen eine Verschlechterung der Auslastung. Der Sitzladefaktor sank auf durchschnittlich 68,7 %. Dahinter stand eine auf 54,7 (Vorjahresperiode 55,0) Prozent leicht gesunkene Sitzauslastung im Europaverkehr und ein Rückgang auf 75,3 (76,9) Prozent im Interkontinentalverkehr.

An der festen Börse notierten die wenig liquiden Swiss-Aktien bis gegen 11.45 Uhr stabil bei 7,50 Franken. Der Gesamtmarkt tendierte 0,4 % höher.

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