Rahmenvertrag
Bund kann PwC-Monopol kaum knacken

Für die Bundesregierung wird es offenbar schwierig, bei der Vergabe von Rettungsbürgschaften andere Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu beauftragen als Pricewaterhouse-Coopers (PwC). Mindestens bis zum Ende des Jahres sichert der Rahmenvertrag des Bundes zu, dass ohne Zustimmung von PwC keine Konkurrenten auch nur mit Teilaufträgen zum Zuge kommen können.

BERLIN. Dies habe Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba vor dem Haushaltsausschuss eingeräumt, erfuhr das Handelsblatt von Teilnehmern der Sitzung. Eigentlich wollte die Bundesregierung das Beratungsmonopol von PwC beenden.

Der Vertrag mit PwC setzt außerdem einen Anreiz für die Wirtschaftsprüfer, im Zweifelsfall für den Antrag eines Unternehmens auf Kredite oder Bürgschaften zu stimmen: Werden die Hilfen genehmigt, bekommt PwC automatisch den Zuschlag für die Abwicklung, bestätigten Kreise des Wirtschaftsministeriums auf Anfrage. „Das ist ein absoluter Fehlanreiz zulasten der Staatskasse“, kritisierte dies die Grünen-Abgeordnete Anna Lührmann gegenüber dem Handelsblatt.

Im Wirtschaftsministerium wird darauf verwiesen, dass PwC dies nicht ausnutze: Bei Arcandor hätten die Wirtschaftsprüfer gegen die Staatshilfe votiert – und sich damit selbst um den potenziell lukrativsten Auftrag gebracht. Auch bei einer Neuausschreibung sei keineswegs vorgegeben, dass nicht wiederum PwC den Zuschlag erhalten könnte.

Dass der Bund aus dem Vertrag nicht so leicht herauskommt, hat offenbar historische Gründe: Der Rahmenvertrag sei bereits „vor Jahrzehnten“ mit einer der zahlreichen Vorläufergesellschaften der heutigen PwC unterzeichnet und trotz mehrerer Regierungswechsel nie gekündigt worden. Wer den Vertrag wann genau geschlossen hat, konnte das Wirtschaftsministerium gestern nicht sagen. PwC sagte dem Handelsblatt, dass sich die Gesellschaft nicht zu ihren Mandaten äußere.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin
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