Ramazzotti, Jägermeister, Baileys
Aldi Süd erliegt der Macht der Schnäpse

Ramazzotti, Jägermeister und Baileys bei Aldi Süd: Der Discounter füllt sein Spirituosenregal mit Markenprodukten auf. Offiziell reagiert die Kette auf die Kundennachfrage. Doch das dürfte nicht der einzige Grund sein.
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DüsseldorfMarkenschnaps bei Aldi Süd: Der Discounter führt seit Montag auch Spirituosen von Herstellern wie Ramazzotti, Jägermeister, Wodka Gorbatschow, Chantré und Baileys. Damit reagiere man auf die Nachfrage der Konsumenten, hieß es von der Supermarktkette. Der Schritt ist insofern bemerkenswert, weil Spirituosen als die letzte Bastion der Markenhersteller gelten.

Anders als bei Butter, Nudeln oder Chips können die großen Supermarktketten die Schnäpse bislang nicht einfach durch Eigenmarken ersetzen. Dies liegt zum einen daran, dass Braulizenzen nicht so einfach zu erwerben sind. Zum anderen haben alkoholische Billiggetränke bei Konsumenten einen schlechten Ruf. Nun scheint sich auch Aldi dem Druck der Kunden gebeugt zu haben.

Wie stark die Macht der Schnäpse ist, zeigte erst Ende August das Beispiel Rewe. Wie Handelsblatt Online damals berichtete, lieferte Ramazzotti kurzerhand keine Produkte mehr an die Supermarktkette, als die Verhandlungen mit den Kölnern ins Stocken gerieten. Rewe wehrte sich mit einem Zettel am Regal und argumentierte, man handele im Sinne der Kunden. Am Ende setzte sich die Ramazzotti-Mutter Pernod-Ricard mit ihren Forderungen jedoch durch.

Aldi bietet die Markenspirituosen nun zu handelsüblichen Preisen an. Eine Flasche Ramazzotti kostet 11,49 Euro, bei Rewe sind es derzeit nach Angaben der Webseite 11,95 Euro. Jägermeister kostet 7,79 Euro, Wodka Gorbatschow 8,49 Euro.

Groß geworden ist Aldi eigentlich durch Eigenmarken. An der „grundsätzlichen Strategie“ der Eigenmarken ändere sich auch nichts, schrieb Aldi in einem Statement. Der Discounter kann Produkte durch die Hausprodukte deutlich günstiger anbieten als die Konkurrenz. Inzwischen gilt Aldi sogar als Preismaßstab – wenn die Supermarktkette beispielsweise die Milchpreise senkt, reagieren die Konkurrenten gewöhnlich auch.

So kostet ab Montag der Liter Vollmilch statt 69 Cent nur noch 59 Cent, wie Aldi Nord und Aldi Süd mitteilten. Auch Milchprodukte wie Quark oder Sahne werden demnach um vier bis sechs Cent billiger. Beide Ketten reduzieren zudem die Preise für Fleischprodukte wie Bratwürste, Schweinekoteletts oder Hackfleisch. Unter den sinkenden Preisen leiden gewöhnlich vor allem die Hersteller.

Bei den Spirituosen stellt sich die Lage aber anders dar. Das zeigt auch das neue Sortiment von Aldi Süd.

Lisa Hegemann
Lisa Hegemann
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

Kommentare zu " Ramazzotti, Jägermeister, Baileys: Aldi Süd erliegt der Macht der Schnäpse"

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  • Und darauf einen Dujardin und für Merkel und den Rollstuhl-Artisten den billigsten Russen-Fusel.

  • Einen Vorteil muß es ja für den deutschen Konsumenten wenigstens haben, wenn Putin seinem Volk verbietet, ordentliche Lebensmittel aus Deutschland zu konsumieren.

    Was den erweiterten Alkoholverkauf bei Aldi & Co. betrifft, so ist dies leicht nachvollziehbar, denn es hilft doch sowieso nur noch der massive Konsum von Schnaps, um die herablassende Politik von Merkel und Schäuble in Sachen Euro bzw. Enteignung der Sparer zu ertragen.

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