Randstad-Chef Gatzke
Zeitarbeit-Boom geht weiter

Die Wirtschaft wächst, Arbeitskräfte werden gesucht. Zumindest Zeitarbeiter, wie Eckard Gatzke, Chef des größten Personaldienstleisters Deutschlands, sagt. Die Wachstumszahlen, die er nennt, sind beeindruckend.

HB ESCHBORN. Randstad erwartet einen anhaltenden Boom der Zeitarbeit. Der Markt in Deutschland werde 2007 vorsichtig geschätzt erneut um etwa 20 Prozent wachsen, sagte der Chef von Randstad in Deutschland in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Eschborn. „Wir sind am Anfang eines sehr guten Jahres“, sagte Gatzke. „Die Zeitarbeit als Flexibilisierungsinstrument des deutschen Arbeitsmarktes ist nicht mehr aufzuhalten.“ 2006 war die Zahl der Beschäftigten in dieser Branche auf etwa 600 000 bis zum Jahresende gestiegen.

Die starke Zunahme der Zeitarbeit in Deutschland hängt nach Ansicht von Gatzke vor allem mit einem strategischen Umdenken in den Kundenunternehmen zusammen. „Es ist wichtig, sämtliche Register der Standortsicherung zu ziehen, und Flexibilisierung ist eines der wichtigsten.“ Darüber hinaus sorge die gute Konjunktur für eine steigende Nachfrage nach Zeitarbeitskräften, um Auftragsspitzen abzudecken. Die Attraktivität der Zeitarbeit aus Kundensicht sei gegeben, für Arbeitnehmer müsse sie durch bessere Rahmenbedingungen noch interessanter werden. „Wir wollen möglichst vielen Bewerbern vermitteln, dass Zeitarbeit eine reelle Job-Chance ist“, sagte er.

Der Anteil der Zeitarbeit an der gesamten Beschäftigung in Deutschland von derzeit 1,3 Prozent ist in den Augen von Gatzke immer noch zu gering. „Im europäischen oder gar weltweiten Vergleich ist die Industrie- und Dienstleistungsnation Deutschland gut beraten, einen höheren Anteil zu haben“, sagte er. Ziel sollten zwei bis drei Prozent sein. „Wir stellen uns mindestens eine Verdoppelung, wenn nicht sogar Verdreifachung vor“, sagte Gatzke. „1,5 bis zwei Millionen Zeitarbeitnehmer in Deutschland in naher Zukunft wären angemessen.“ Angesichts des drohenden Facharbeitermangels seien jetzt schon gut qualifizierte Zeitarbeitnehmer wie IT-Spezialisten und Ingenieure sehr gefragt.

Randstad ist nach eigenen Angaben mit einem Anteil von elf Prozent Marktführer in Deutschland. Das Unternehmen mit bundesweit insgesamt 420 Niederlassungen will weiter stärker als der Markt wachsen. 2006 war der Umsatz auch dank der Übernahme der Bindan-Gruppe auf den Rekordwert von 1,3 Milliarden Euro gestiegen. Im Vorjahr waren es rund 788 Millionen Euro. 2006 wurden etwa 13 000 neue Mitarbeiter unter Vertrag genommen, so dass im Jahresdurchschnitt mehr als 40 000 Mitarbeiter beschäftigt waren. Langfristig will Randstad in Deutschland einen Marktanteil von 20 Prozent erreichen.

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