Razzia bei Post-Chef Klaus Zumwinkel
Zugriff im Villenviertel

Um kurz vor neun Uhr kommt ein Anwalt in einem schwarzen Porsche -Cabrio vor Zumwinkels Haus vorgefahren: der Kölner Steuerstrafrechtsexperte Rolf Schwedhelm. Eine Stunde später eilt ein weiterer Anwalt herbei, Hanns Feigen aus Frankfurt, ebenfalls ein Fachmann für Steuerstrafrecht. Der Post-Chef wird das Duo brauchen, denn ein Richter hat bereits einen Haftbefehl ausgestellt. Offenbar befürchten die Ermittler, dass Zumwinkel wichtige Unterlagen beiseite schaffen oder fliehen könnte.

Einer der Anwälte hat es besonders eilig, ins Haus zu kommen, und vergisst auf dem Beifahrersitz seines Wagens zwei Zettel: Einer trägt die Überschrift "dringend" und listet Mobiltelefonnummern von Kripo-Mitarbeitern auf, der zweite enthält Namen, Adresse und die private Telefonnummer Zumwinkels.

Immer wieder fahren Streifenwagen der Kölner Polizei an Zumwinkels Anwesen vorbei, an dem grün-weißen Lattenzaun, der das Haus umgibt. Zwischendurch bahnen sich auch einige Prominente ihren Weg durch die schmale Straße, darunter Harald Schmidt.

Am späten Vormittag ist es damit vorbei. Die Polizei riegelt das Haus des Post-Chefs mit einem rot-weißen Flatterband ab. Die Zufahrt zu der Straße wird vorübergehend ganz gesperrt. Steuerfahnder kommen raus und gehen wieder rein. Fahrzeuge der Ermittler und von Zumwinkels Anwälten werden in Position vor der Villeneinfahrt gebracht.

Zum ersten Mal reagieren jetzt auch die Nachbarn, die das Treiben zunächst eher belustigt verfolgten, etwas verstimmt: "Was ist denn hier los? Wird hier wieder eine Seifenoper, ,Verbotene Liebe?' oder so, gedreht?" Doch diesmal ist alles echt.

Mitarbeit: Oliver Stock

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