Reaktion auf westliche Sanktionen
Russland erwägt Einschränkungen für europäische Airlines

Die EU-Sanktionen treffen Russlands Wirtschaft hart, zuletzt ging wegen möglicher Isolierung russischer Aktien die Moskauer Börse auf Talfahrt. Nun will Präsident Putin zurückschlagen – und wählt dafür den Luftraum aus.
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MoskauRussland erwägt als Reaktion auf die Sanktionen der EU einem Zeitungsbericht zufolge, die Überflugsrechte für europäische Fluggesellschaften zu beschneiden. Im Verkehrs- und im Außenministerium werde geprüft, ob Flüge über russischem Gebiet eingeschränkt oder gar verboten würden, berichtete die Wirtschaftszeitung „Wedomosti“ am Dienstag unter Berufung auf eine nicht näher bezeichnete Person. Beschränkungen bei der Nutzung der Transsibirien-Route würden die Flugzeit nach Asien erhöhen und damit die Treibstoffkosten in die Höhe treiben. Für Lufthansa, British Airways und Air France könnten sich die Einbußen dem Bericht zufolge bei einem drei Monate währenden Verbot auf rund eine Milliarde Euro summieren. Europäische Airlines gerieten damit im Wettbewerb mit asiatischen Fluglinien und den Golf-Airlines auf den lukrativen Routen nach Fernost ins Hintertreffen.

Das russische Verkehrsministerium wie auch die Zivilluftfahrtbehörde wollten sich zu dem Zeitungsbericht nicht äußern. Auch die Lufthansa, die allein für 180 Flüge pro Woche den sibirischen Luftraum nutzt, wie auch das Bundesverkehrsministerium und British Airways lehnten eine Stellungnahme ab.

Beschränkungen der Überflugsrechte würden dem Zeitungsbericht zufolge allerdings nicht nur europäische Gesellschaften treffen. Auch die heimische Fluggesellschaft Aeoroflot müsse dann mit Einbußen rechnen, weil sie von den europäischen Airlines Gebühren von rund 300 Millionen Dollar pro Jahr für den Überflug erhalte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Amerikaner werden nervös:
    Hat die Ukraine den Abschuss von MH17 ausgelöst?


    Deutsche Wirtschafts Nachrichten |
    Veröffentlicht: 25.07.14, 13:05

    Eine US-Sprecherin hat in Washington überraschend ein Geständnis abgelegt: Sie musste einräumen, dass die Ukraine tatsächlich einen Kampf-Jet in Richtung von MH17 geschickt haben könnte. Dieser Jet könnte die Rebellen provoziert haben, in Richtung der Passagier-Maschine zu schießen.

    In diesem Fall hätte die Ukraine eine klare Mitschuld am Tod von fast 300 Zivilisten. Die Amerikaner kämen als militärische Drahtzieher der ganzen Aktion gewaltig unter Druck.

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