Reaktionen auf Nahost-Konflikt
Lufthansa und Air Berlin streichen Flüge nach Tel Aviv

Lufthansa, ihre Töchter sowie Air Berlin fliegen nicht mehr nach Tel Aviv. Ähnlich radikal reagiert die US-Luftfahrtbehörde auf Raketeneinschläge in der Nähe des Flughafens der Metropole: Sie erteilt ein Flugverbot.
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New York / FrankfurtZahlreiche Fluggesellschaften stellen wegen des Gazakonfliktes ihre Flüge nach Tel Aviv ein. Lufthansa, Air Berlin, Air France, KLM und die großen US-Fluggesellschaften kündigten am Dienstag an, wegen der unsicheren Lage den Flughafen Ben Gurion vorerst nicht mehr anzusteuern. Die US-Luftfahrtbehörde FAA verbot den US-Unternehmen zunächst für 24 Stunden, Flüge nach Tel Aviv durchzuführen. Diese Entscheidung sei getroffen worden, nachdem eine Rakete weniger als zwei Kilometer entfernt vom Flughafen eingeschlagen sei. Nach dem mutmaßlichen Abschuss der Malaysia-Airlines -Maschine über der Ukraine schrillen bei den Fluggesellschaften bei solchen Meldungen die Alarmsirenen.

Die Lufthansa stellte ihre Flüge von und nach Tel Aviv für 36 Stunden ein. Die Entscheidung gelte für alle Flüge von Lufthansa, Germanwings, Austrian Airlines und Swiss. Abhängig vom Wochentag bieten die Gesellschaften des Konzerns täglich zwischen sieben und zehn Flüge nach Tel Aviv an. Passagiere, die auf einen der annullierten Flüge gebucht waren, können kostenlos umbuchen oder sich den Ticketpreis erstatten lassen. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin sagte die Flüge nach Tel Aviv am Dienstag und Mittwoch ab.

Die US-Unternehmen Delta Air Lines und United Airlines wollen die Wirtschaftsmetropole bis auf weiteres nicht mehr anfliegen. Delta leitete einen Jumbojet, der auf dem Weg von New York nach Tel Aviv war, nach Paris um. An Bord des Fliegers waren 273 Passagiere and 17 Besatzungsmitglieder. US Airways kündigte an, einen Flug von Philadelphia nach Tel Aviv zumindest am Dienstagabend abzusagen.

Der israelische Verkehrsminister Israel Katz sagte, der Flughafen sei für Starts und Landungen sicher. Es gebe im Hinblick auf Maschinen und Passagiere keine Bedenken. „Es gibt für US-Gesellschaften keinen Grund, ihre Flüge abzusagen und so Terrorismus zu belohnen.“

British Airways fliegt weiter

British Airways, die zweimal täglich Tel Aviv anfliegen, will vorerst an den Flügen festhalten. Sie würden wie geplant stattfinden, teilte das Unternehmen mit. Auch Easy Jet scheint noch von den Entwicklungen in Tel Aviv unbeeindruckt. Am Abend ist eine Maschine aus Rom sicher gelandet.

Der nach dem Staatsgründer David Ben Gurion benannte Flughafen bei Tel Aviv ist mit Abstand die wichtigste Verbindung des Staates zur Außenwelt. Es ist der einzige Flughafen in Israel mit Interkontinentalverkehr und einer der meistfrequentierten Knotenpunkte in der Region. Auch die Palästinensergebiete sind auf dem Luftweg nur über Ben Gurion zu erreichen.

Die Hamas hatte bereits in den ersten Tagen des Konflikts gezielt Raketen auf den Flughafen geschossen. Diese wurden aber vom Abwehrsystem "Eiserne Kuppel" abgefangen. Angriffe auf den Flughafen werden von der Regierung als massive Eskalation wahrgenommen und meist umgehend militärisch vergolten.

Die israelischen Streitkräfte gehen gegen die Hamas im Gazastreifen auch mit Bodentruppen vor. Bei der Offensive wurden nach Angaben palästinensischer Ärzte mehr als 550 Palästinenser getötet. Auf israelischer Seite sind 29 Menschen ums Leben gekommen, davon 27 Soldaten.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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