Rechtsstreit beendet
TÜV Süd prüft türkische Autos

Der TÜV Süd kümmert sich künftig auch um die Verkehrssicherheit der zwölf Millionen Kraftfahrzeuge in der Türkei. Zwei Jahre nachdem das Unternehmen eine internationale Ausschreibung gewonnen hat, läuft das Projekt „TÜV Turk“ nun an.

HB MÜNCHEN. Der TÜV Süd bietet künftig auch in der Türkei regelmäßige Kfz-Untersuchungen nach deutschem Vorbild an. Gemeinsam mit zwei türkischen Partnerunternehmen soll ein flächendeckendes Netz mit fast 200 Service-Centern entstehen. Dafür seien Investitionen von 633 Millionen Euro eingeplant, sagte Vorstandschef Axel Stepken am Dienstag in München. Nach rund zweijähriger Verzögerung wegen eines Rechtsstreits unterzeichnete der TÜV Süd einen entsprechenden Vertrag mit der türkischen Regierung. „TÜV Süd will schon bald ein Drittel des Konzernumsatzes im Ausland erwirtschaften - mit dem TÜVTURK- Projekt sind wir auf dem Weg dorthin einen großen Schritt vorangekommen“, sagte Stepken.

Der Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Jahren. In diesem Zeitraum versprechen sich die beteiligten Unternehmen Umsätze in Höhe von insgesamt elf Milliarden Euro. Die Gewinnschwelle soll im Jahr 2010 erreicht werden. In der Türkei entstehen durch den Schritt rund 2000 Arbeitsplätze. Der TÜV Süd hatte den Einstieg in dieses Geschäft bereits vor gut zwei Jahren angekündigt. Die Aktivitäten waren aber wegen eines Rechtsstreits mit der türkischen Ingenieurkammer ins Stocken geraten.

Noch im vierten Quartal 2007 solle das erste türkische Fahrzeug eine Prüfplakette erhalten. In etwa fünf Jahren sollten die türkischen Kraftfahrzeuge dann europäischen Standards entsprechen, sagte ein Unternehmenssprecher. In der Zwischenzeit wolle man in einem vertretbaren Rahmen „eine gewisse Großzügigkeit walten lassen“.

Bei den Verhandlungen über die geplante Fusion mit dem TÜV Nord rechnet der TÜV Süd Ende dieses oder Anfang nächsten Monats mit Ergebnissen. „Die Gespräche laufen“, hieß es. Durch die Verschmelzung soll der größte TÜV in Deutschland mit mehr als 18 000 Beschäftigten und rund 1,8 Milliarden Euro Umsatz entstehen.

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