Reederei-Bündnis
Die „Star Alliance“ für die Weltmeere

In der Luftfahrtbranche ist es ein alter Hut: Mehrere Gesellschaften schließen sich zu Netzwerken zusammen. Jetzt legen Containerschiff-Betreiber nach. Drei Branchengröße packen ihre Riesenfrachter in ein Netzwerk.
  • 3

KopenhagenDie weltweit drei größten Containerschiff-Betreiber schließen angesichts der Branchenflaute ein Bündnis. Die Container-Sparte der dänischen Reederei A.P. Moller-Maersk werde mit den zwei größten Rivalen MSC Mediterranean Shipping Company und CMA CGM zusammenarbeiten, um sein Angebot zu verbessern, teilte das dänische Unternehmen am Dienstag mit.

Zusammen wollen die drei Reedereien 255 Schiffe mit einer Gesamtkapazität von 2,6 Millionen Standard-Containern (TEU) betreiben und 29 Linien von Asien nach Europa, über den Pazifik und über den Atlantik betreiben. Allein Maersk bringe mehr als 100 Schiffe in die Allianz ein, hieß es weiter.

„Wir bündeln die Kräfte nachdem wir auf diesen drei Handelsrouten seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 nahezu kein Wachstum erlebt haben“, sagte Maersk-Marketingmanager Vincent Clerc der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Wir erwarten dort auch nicht viel Wachstum in den kommenden Jahren.“

Seit mittlerweile fünf Jahren übertrifft das Transportangebot die Nachfrage und Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die weltweite Container-Flotte im laufenden Jahr um 7,5 Prozent wachsen wird, die Nachfrage aber nur um 4,5 Prozent steigen. Das erschwert es den Reedern, bestimmte Preise erzielen zu können. Laut Clerc wird der Marktanteil der drei Gesellschaften zwischen Asien und Europa 42 Prozent betragen, auf Transatlantik-Routen zwischen 40 und 42 Prozent und auf Pazifik-Routen 24 Prozent.

Die Allianz mit dem Namen P3 will im zweiten Quartal 2014 ihre Geschäfte aufnehmen, wenn die zuständigen Regulierungsbehörden zustimmen. Der Mischkonzern Oetker will seine Reederei Hamburg Süd derzeit nicht auf Fusionskurs bringen. Wann neue Gespräche mit dem Konkurrenten Hapag-Lloyd über ein Zusammengehen aufgenommen werden sollen, sei „derzeit nicht abzusehen“, sagte Oetker-Chef Richard Oetker am Dienstag in Bielefeld. Die Verhandlungen waren Ende März abgebrochen worden. Grund sei, dass eine „Einigung über wichtige Punkte noch aussteht“, räumte Oetker ein.

Seite 1:

Die „Star Alliance“ für die Weltmeere

Seite 2:

Neue Superfrachter kommen, um Treibstoff zu sparen

Kommentare zu " Reederei-Bündnis: Die „Star Alliance“ für die Weltmeere"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich wiederum finde es sehr spannend, dass Evergreen based in Taipeh China zugeordnet wird.... das wird die Chinesen sehr freuen!
    Was ist mit Trampreedern? Laut Wiki: (muss ja nicht richtig sein..) "Oldendorff in Lübeck? Oldendorff Carriers GmbH & Co. KG ist die größte deutsche Massengutreederei. Sie betreibt rund 300 eigene und gecharterte Schiffe mit einer Tragfähigkeit von etwa 14 Millionen Tonnen."

  • Gestern ist einer der Meeresgiganten vorm Jemen auseinander gebrochen:
    http://gcaptain.com/mol-box-ship-suffers-broken-back-sinks-off-yeme/

  • Es wäre so schön wenn es mal Journalisten geben würde die von Schifffahrt Ahnung hätten. Allianzen gibt es in der Linienschifffahrt schon seit Ewigkeiten. Lange bevor es überhaupt Lufahrtgesellschaften gab!! Gschweige den Lufahrtallianzen. Neu ist nur das sich die drei großen hier zusammengeschlossen haben. Maersk macht bei sowas normalerweise nicht mit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%