Reederei
Hamburg Süd öffnet sich für Dreierallianz

Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd verhandelt derzeit mit dem chilenischen Konkurrenten SCAVD über eine Fusion. Aus dem Duo könnte möglicherweise sogar ein Trio werden. Hamburg Süd bekundet Interesse.
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HamburgDie geplant Fusion von Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd mit dem chilenischen Konkurrenten SCAV könnte um einen Dritten im Bunde ergänzt werden. Die Reederei Hamburg Süd signalisierte am Dienstag Interesse an einer Dreierallianz. Er schließe nicht aus, dass das Thema irgendwann einmal auf die Tagesordnung kommen könnte, sagte Ottmar Gast, der Vorsitzende der Geschäftsführung, bei der Präsentation der Bilanz für das abgelaufene Jahr.

Der Firmenchef machte deutlich, dass es ihm lieber gewesen wäre, wenn eine Fusion mit Hapag-Lloyd vor einem Jahr zustande gekommen wäre. „Wir sind durchaus offen und interessiert, das was wir im vergangenen Jahr nicht geschafft haben, irgendwann mal zu schaffen.“ Vor einem neuen Anlauf müsste bei der Familie Oetker allerdings Bereitschaft dafür vorhanden sein. Ein Sprecher der Oetker-Gruppe wollte sich nicht äußern.

Hapag-Lloyd verhandelt derzeit mit der Reederei Compania Sud Americana de Vapores (CSAV) über einen Zusammenschluss. Hapag-Lloyd würde dadurch zur Nummer vier in der Weltliga der Containerschifffahrt aufsteigen. Hapag-Lloyd liegt derzeit auf Rang fünf, CSAV auf Platz 20. Hamburg Süd rangiert auf Platz zwölf.

Vor einem Jahr waren Gespräche zwischen den beiden Hamburger Traditionsreedereien gescheitert. Insidern zufolge hatte der Bielefelder Nahrungsmittelkonzern Oetker, dem Hamburg Süd gehört, einen Rückzieher gemacht. Grund soll gewesen sein, dass Hapag-Lloyd-Großaktionär Klaus-Michael Kühne die Gespräche mit der Forderung nach einer Fusion „auf Augenhöhe“ und einem späteren Börsengang belastete. Hapag-Lloyd strebt im Zuge der Übernahme der Containerschifffahrt von CSAV einen späteren Gang aufs Parkett an.

Mit Blick auf die fortschreitende Konsolidierung der unter hohen Überkapazitäten leidenden Branche räumte der Hamburg-Süd-Chef ein, dass Größe für die Wettbewerbsposition wichtig sei. Hamburg Süd müsse sich jedoch keine Sorgen machen, ins Hintertreffen zu geraten. Im abgelaufenen Jahr habe die Reederei das Ergebnis der Liniendienste leicht erhöht.

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