Reederei-Insolvenz „Haben alles für die Rettung getan“

Ein Gericht entscheidet nun, ob die insolvente Reedereitocher der Hanjin-Gruppe restrukturiert oder abgewickelt wird. Der Hanjin-Chef entschuldigt sich in einer Anhörung nun für das „Frachtchaos“.
Häfen verweigerten zuletzt die Löschung der Fracht von Hanjin-Schiffen. Quelle: Reuters
Hanjin-Reederei

Häfen verweigerten zuletzt die Löschung der Fracht von Hanjin-Schiffen.

(Foto: Reuters)

SeoulDer Chef der südkoreanischen Hanjin-Gruppe, Cho Yang Ho, bedauert die Folgen der Insolvenz bei der Reedereitochter Hanjin Shipping. „Ich entschuldige mich bei der Öffentlichkeit dafür, dass Unsicherheiten in Bezug auf das Frachtchaos ausgelöst wurden“, sagte Cho am Dienstag bei einer parlamentarischen Anhörung, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. „Aber ich möchte sagen, dass wir alles getan haben, was wir konnten, um die Reederei zu retten.“

Hanjin, die siebtgrößte Reederei weltweit, ächzt unter einem Schuldenberg von schätzungsweise sechs Billionen Won (4,8 Milliarden Euro). In Südkorea und in den USA hat das Unternehmen Antrag auf Gläubigerschutz gestellt, um sich in Ruhe sanieren zu können. Die Insolvenz führte dazu, dass weltweit zahlreiche Schiffe des Unternehmens auf See festsaßen – Häfen verweigerten die Frachtlöschung aus Angst, auf den Kosten sitzenzubleiben.

Das sind die größten Reedereien der Welt
Platz 10: Hamburg Süd Group
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Ein Unternehmen mit Tradition: Seit ihrer Gründung 1871 hat sich die Hamburg Süd von einer konventionellen Reederei zu einer international operierenden Transport-Logistik-Organisation entwickelt. Im März 2016 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI. Im März 2017 hat der Oetker-Konzern – zu dem Hamburg Süd gehört – die Reederei an den Konkurrenten Maersk verkauft. Die Flotte der Hamburg Süd umfasst 105 Schiffe, die eine Containerkapazität von insgesamt 564.000 Stück haben.

Quelle: Alphaliner

Platz 9: Mitsui O.S.K. Lines
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Die Japaner sind zurück in der Top Ten. Mit der MOL Triumph hat die Reederei aus Tokio nicht nur das größte Containerschiff der Welt ist der Flotte, sondern konnte auf 79 sagenhafte 569.000 Container transportieren.

Platz 8: Yang Ming Marine Transport Corp.
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Im Jahr 1972 in Taiwan gegründet, besitzt Yang Ming eigene und in Kooperation betriebene Containerterminals in den USA, Belgien, den Niederlanden sowie in Taiwan. Die Schiffsflotte besteht aus 95 Schiffen und umfasst eine maximale Kapazität von 580.000 Containern. Doch die Reederei leidet unter der schwächelnden Konjunktur in China. Eine Großallianz, die 2017 mit der deutschen Hapag-Lloyd und vier weiteren asiatischen Reedereien startet, soll helfen.

Platz 7: OOCL
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Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung gegründet. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. Zuletzt machte die asiatische Reederei den größten Sprung. Rund 672.000 Container kann das Unternehmen auf 98 Schiffen unterbringen. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Platz 6: Evergreen Line
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Die Reederei Evergreen stammt aus Taiwan. Mit ihren 194 Schiffen bedient das Unternehmen Linien in Osteuropa, nach Europa und zur US-Westküste und kann insgesamt 1,07 Millionen Standardcontainer unterbringen.

Platz 5: Hapag-Lloyd
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Mit 1,5 Millionen Containern hat aufgeholt: Unter dem Druck der schweren Schifffahrtskrise schloss sich die Reederei Hapag-Lloyd mit der arabischen Reederei United Arab Shipping Company (UASC) zusammen. Damit kommt die hamburgische Reederei, auf eine Flotte von 212 Schiffen. Zudem hat die neue Allianz mit den asiatischen Reedereien den Hamburgern eine gute Position auf den Weltmeeren verschafft.

Platz 4: Cosco Container Lines
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Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz sukzessive ausgebaut. 1,82 Millionen Container kann das Unternehmen unterbringen. Die Flotte umfasst aktuell 331 Schiffe.

Cho betonte am Dienstag, die Hanjin-Gruppe habe seit der Übernahme im Jahr 2014 rund zwei Billionen Won in die Reederei investiert. Allerdings sei das Unternehmen an seine Grenzen gestoßen angesichts der Konkurrenz ausländischer Reedereien, „die Milliarden Dollar von ihren Regierungen erhalten“.

Inzwischen hat die Muttergesellschaft rund 100 Milliarden Won für die Rettung von Hanjin Shipping zur Verfügung gestellt. Davon stammen 40 Milliarden Won von Cho persönlich.

Bis zum 25. November muss dem zuständigen Gericht in Seoul ein Restrukturierungsplan für die Reederei vorgelegt werden. Das Gericht entscheidet dann, ob Hanjin neu aufgestellt wird oder abgewickelt werden muss.

  • afp
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