Reederei Møller-Maersk
Raue See für den Containerriesen

2,6 Milliarden Dollar muss der Container-Gigant Møller-Mærsk auf seine Ölsparte abschreiben. Das Containergeschäft, das zweite Standbein der Dänen, stagniert. Für den Großkonzern dürfte es ein stürmisches Jahr werden.

StockholmNils Smedegaard Andersen standen die Sorgen im Gesicht geschrieben, als er am Mittwoch in Kopenhagen die Bilanz des von ihm geführten Konzerns präsentierte. Der Chef von Dänemarks mit Abstand größten Unternehmen, dem Reederei- und Ölriesen A.P. Møller-Mærsk, hat ein ganz schwieriges Jahr hinter sich. Niedrige Frachtraten und der extrem gefallene Ölpreis haben dem Konzern schwer zu schaffen gemacht. Der Gewinn des Konzerns stürzte um mehr als 80 Prozent auf 925 Millionen Dollar. Auch der Umsatz fiel deutlich von 47,5 Milliarden Dollar vor einem Jahr auf nunmehr 40,3 Milliarden Dollar.

Das war deutlich weniger als die meisten Analysten erwartet hatten. Der Kurs der Møller-Mærsk-Aktie reagierte an der Börse in Kopenhagen entsprechend: Er fiel zwischenzeitlich um mehr als neun Prozent. Seit April vergangenen Jahres ist der Aktienkurs um rund 50 Prozent eingebrochen.

Ein Grund für die heftige Reaktion an der Börse waren die düsteren Aussichten für das laufende Jahr. „Wir rechnen damit, dass der Ölpreis noch für eine längere Zeit auf einem niedrigen Niveau liegen wird“, erklärte Smedegaard Andersen und kündigte deshalb Abschreibungen in der Ölsparte seines Konzerns in Milliardenhöhe an. „Weil wir weiterhin mit einem niedrigen Ölpreis rechnen, haben wir Abschreibungen in Höhe von 2,6 Milliarden US-Dollar vorgenommen“, erklärte der Konzernchef. Das ist die höchste Abschreibung, die ein dänisches Unternehmen jemals vornehmen musste.

Die Abschreibungen fallen so hoch aus, da Møller-Mærsk erst ab etwa 45 bis 55 Dollar je Barrel Rohöl die Gewinnschwelle überschreitet. Bei einem anhaltenden Niedrigpreis von gerade einmal 30 Dollar je Barrel ist ein Verlust der Ölsparte in diesem Jahr bereits vorprogrammiert.

Doch es ist nicht nur der niedrige Ölpreis, der der weltgrößten Container-Reederei die Bilanz verhagelt hat. Auch der schwache Welthandel ist für das schlechte Ergebnis des dänischen Vorzeigekonzerns verantwortlich. Konnte Smedegaard Andersen noch vor wenigen Jahren stolz von zweistelligen Zuwachsraten im Containergeschäft berichten, musste er heute einräumen, dass der Geschäftsbereich im vergangenen Jahr stagnierte. Der Welthandel sei im vergangenen Jahr „nicht normal“ gelaufen, da sich keine Region positiv entwickelt habe.

Seite 1:

Raue See für den Containerriesen

Seite 2:

Mehr als 4000 Stellen sollen wegfallen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%