Reederei-Pleite Hanjin-Gruppe hilft kriselnder Tochter

Die südkoreanische Reederei Hanjin hat Probleme, noch den Betrieb aufrechtzuerhalten. Weltweit sitzen Schiffe des Unternehmens fest. Der Mutterkonzern ist gefordert, mehr für die Rettung der Tochter zu tun.
Der Insolvenzantrag von Hanjin in der vergangenen Woche hatte in der Industrie für große Verunsicherung gesorgt. Quelle: dpa
Hanjin Shipping

Der Insolvenzantrag von Hanjin in der vergangenen Woche hatte in der Industrie für große Verunsicherung gesorgt.

(Foto: dpa)

SeoulDie südkoreanische Hanjin-Gruppe will der in Existenznot geratenen Reederei-Tochter Hanjin Shipping 100 Milliarden Won (80,1 Millionen Euro) zur Verfügung stellen. Um den Betrieb der zahlungsunfähigen Container-Reederei aufrechtzuerhalten, will Konzernchef Cho Yang Ho allein 40 Milliarden Won aus seinem Privatvermögen zahlen, wie die Hanjin Group am Dienstag mitteilte.

Um sich weitere 60 Milliarden Won beschaffen zu können, will der Konzern, zu dem auch die südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air gehört, seine Anteile an Hafenterminals im Ausland als Sicherheit anbieten. Die Regierung in Seoul hatte den Konzern zuvor aufgerufen, mehr für die Rettung der weltweit siebtgrößten Linienreederei zu tun.

Ob die jetzt vom Konzern geplanten Mittel ausreichen, um die Störungen im Container-Frachttransport zu beheben, ist unklar. Nach Berichten südkoreanischer Medien benötigt das hoch verschuldete Unternehmen schätzungsweise bis zu 600 Milliarden Won, damit die Containerladungen seiner Schiffe gelöscht werden können.

Das sind die größten Reedereien der Welt
Platz 10: Hamburg Süd Group
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Ein Unternehmen mit Tradition: Seit ihrer Gründung 1871 hat sich die Hamburg Süd von einer konventionellen Reederei zu einer international operierenden Transport-Logistik-Organisation entwickelt. Im März 2016 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI. Im März 2017 hat der Oetker-Konzern – zu dem Hamburg Süd gehört – die Reederei an den Konkurrenten Maersk verkauft. Die Flotte der Hamburg Süd umfasst 105 Schiffe, die eine Containerkapazität von insgesamt 564.000 Stück haben.

Quelle: Alphaliner

Platz 9: Mitsui O.S.K. Lines
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Die Japaner sind zurück in der Top Ten. Mit der MOL Triumph hat die Reederei aus Tokio nicht nur das größte Containerschiff der Welt ist der Flotte, sondern konnte auf 79 sagenhafte 569.000 Container transportieren.

Platz 8: Yang Ming Marine Transport Corp.
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Im Jahr 1972 in Taiwan gegründet, besitzt Yang Ming eigene und in Kooperation betriebene Containerterminals in den USA, Belgien, den Niederlanden sowie in Taiwan. Die Schiffsflotte besteht aus 95 Schiffen und umfasst eine maximale Kapazität von 580.000 Containern. Doch die Reederei leidet unter der schwächelnden Konjunktur in China. Eine Großallianz, die 2017 mit der deutschen Hapag-Lloyd und vier weiteren asiatischen Reedereien startet, soll helfen.

Platz 7: OOCL
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Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung gegründet. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. Zuletzt machte die asiatische Reederei den größten Sprung. Rund 672.000 Container kann das Unternehmen auf 98 Schiffen unterbringen. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Platz 6: Evergreen Line
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Die Reederei Evergreen stammt aus Taiwan. Mit ihren 194 Schiffen bedient das Unternehmen Linien in Osteuropa, nach Europa und zur US-Westküste und kann insgesamt 1,07 Millionen Standardcontainer unterbringen.

Platz 5: Hapag-Lloyd
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Mit 1,5 Millionen Containern hat aufgeholt: Unter dem Druck der schweren Schifffahrtskrise schloss sich die Reederei Hapag-Lloyd mit der arabischen Reederei United Arab Shipping Company (UASC) zusammen. Damit kommt die hamburgische Reederei, auf eine Flotte von 212 Schiffen. Zudem hat die neue Allianz mit den asiatischen Reedereien den Hamburgern eine gute Position auf den Weltmeeren verschafft.

Platz 4: Cosco Container Lines
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Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz sukzessive ausgebaut. 1,82 Millionen Container kann das Unternehmen unterbringen. Die Flotte umfasst aktuell 331 Schiffe.

Der Insolvenzantrag von Hanjin in der vergangenen Woche hatte in der Industrie für große Verunsicherung gesorgt. Wegen des schwachen Seehandels sowie Überkapazitäten steckt die Branche weltweit in Schwierigkeiten.

Von den 141 Hanjin-Schiffen hätten sich bis zum Montag 73 außerhalb des Normalbetriebs befunden, sagte eine Firmensprecherin in Seoul am Dienstag. Den Schiffen wurde in zahlreichen Ländern die Hafeneinfahrt oder das Anlegen an Terminals aus Sorge verweigert, dass Gebühren nicht bezahlt werden können.

Hanjin will jetzt durch die Einleitung rechtlicher Schritte in Dutzenden Ländern verhindern, dass Gläubiger Zugriff auf die Schiffe haben. In der vergangenen Woche hatte ein Gericht in Südkorea dem Antrag der Reederei auf Insolvenzverwaltung stattgegeben. Bis zum 25. November bleibt Hanjin Zeit, einen neuen Rettungsplan vorzulegen. Das Unternehmen drücken – Stand Ende Juni – nach eigenen Angaben Schulden in Höhe von umgerechnet fast fünf Milliarden Euro.

  • dpa
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