Reederei-Tochter
Tui prüft Abspaltung von Hapag-Lloyd

Der Reise- und Schifffahrtskonzern Tui prüft die Abspaltung seiner Reedereitochter Hapag -Lloyd. Damit beugt sich der Konzern dem Druck von Großaktionären um den Norweger John Fredriksen, der selbst einige Reedereien besitzt. Die Chancen, dass dieser sich durchsetzt stehen angeblich gar nicht schlecht.

HB BERLIN. "So wie ich das verstehe, hat Tui dazu eine positive Einstellung", sagte Tor Olav Troim, ein Vertrauter von Fredriksen, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir haben für unsere Forderung eine sehr sehr solide Unterstützung von anderen Aktionären."

Ein Tui -Sprecher sagte, der Aufsichtsrat werde sich auf seiner Sitzung in der übernächsten Woche mit strategischen Optionen befassen. Thema dürfte auch die geplante Fusion der Flugtochter Tuifly mit der Lufthansa -Tochter Germanwings sein.

Der Ruf nach einer Abspaltung der Tui -Schifffahrt war bei Aktionären immer wieder laut geworden. Der Tui -Vorstand lehnte das Ansinnen allerdings bisher kategorisch ab. Vorstandschef Michael Frenzel wollte Hapag -Lloyd eigentlich mit der Tui -Holding verschmelzen, was eine Abspaltung erschwert hätte. Das Vorhaben hat er jetzt offenbar auf Fredriksens Druck fallengelassen.

"Wir haben erklärt, dass wir keine Logik in der Kombination von Tourismus und Schifffahrt sehen", sagte Fredriksens enger Mitarbeiter Troim. Die Tui -Eigentümer sollten sich daran auch separat beteiligen können. "Also haben wir im Prinzip eine Abspaltung gefordert." Das Reisegeschäft ist seit der Fusion mit der britischen First Choice als Tui Travel bereits seit vorigen September separat an der Londoner Börse gelistet. Tui erwirtschaftet zwei Drittel des Umsatzes im Reisegeschäft, ein Drittel mit der Schifffahrt.

Fredriksen, der fünf Prozent an Tui hält und einen Sitz im Aufsichtsrat fordert, will Branchenkreisen zufolge die weltweit fünftgrößte Containerreederei nicht selbst kaufen. Eine Herauslösung aus dem Tui -Konzern führt nicht zwangsläufig zu einem Verkauf. Damit wäre auch eine Fusion mit einem anderen Container-Reeder leichter zu bewerkstelligen. Ebenso könnte ein Teil von Hapag -Lloyd an der Börse platziert werden. "Auch der schon einmal erwogene Börsengang von Hapag -Lloyd macht grundsätzlich Sinn, aber erst wenn die Gewinnbeiträge stabil sind und das Börsenumfeld stimmt", sagte NordLB -Analystin Martina Noß.

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