Reederei unter dem Hammer
Scandlines findet etliche Interessenten

Der Verkauf der Deutsche-Bahn-Tochter Scandlines rückt näher. Auch ein Allianz-Konsortium plant nach Handelsblatt-Informationen ein Angebot für Ostsee-Fährreederei.

HAMBURG. Wie das Handelsblatt aus Firmenkreisen erfuhr, bereitet ein Konsortium um die Deutschen Seereederei (DSR), Allianz Capital Partners und den Investmentfonds LD Equity ein Übernahmeangebot für Europas größte Fährreederei vor. „Wir sind bereit, ein Angebot abzugeben“, sagte Arno Pöker, Sprecher des DSR-Konsortiums und ehemaliger Bürgermeister von Rostock, dem Handelsblatt.

Als weitere Interessenten sind das Schweizer Unternehmerkonsortium Cross Finance mit der US-Investmentbank Fortis sowie die beiden Scandlines-Konkurrenten Stena Line und DFDS Seaways im Gespräch, heißt es in Bahn-Kreisen. Cross Finance bestätigte dem Handelsblatt das Interesse. Stena und DFDS waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Ein Bahn-Sprecher lehnte einen Kommentar ab.

Das 1998 aus der Fusion der dänischen Scandlines und der Deutschen Fährgesellschaft Ostsee (DFO) hervorgegangene Unternehmen gehört zu gleichen Teilen der Deutschen Bahn und dem dänischen Staat. Die Eigentümer wollen sich von ihren Anteilen trennen, da sie sich in den vergangenen Jahren auf kein gemeinsames Unternehmenskonzept einigen konnten. Die Veräußerung soll im zweiten Halbjahr 2006 erfolgen, heißt es in Bahn-Kreisen. Beauftragt mit dem Verkauf wurden die Rothschild Bank sowie Morgan Stanley.

Die Deutsche Bahn und der dänische Staat hoffen auf einen Veräußerungserlös zwischen einer und 1,2 Mrd. Euro. Fraglich ist aber, ob die Eigner diesen Preis erzielen können. Denn der geplante Bau der Fehmarn-Belt-Querung zwischen Deutschland und Dänemark könnte den Kaufpreis erheblich mindern, da Scandlines in diesem Fall einen großen Teil des Passagier- und Frachtaufkommens verlieren würde.

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