Reedereibranche
Fredriksen muss eigene Großreederei retten

Die Wirtschaftskrise stellt die Reedereibranche vor immer größere Probleme: Einer der weltweit einflussreichsten Reeder, der Norweger John Fredriksen, hat in letzter Sekunde eines seiner Tochterunternehmen vor dem Konkurs gerettet. Das Unternehmen ist nicht das einzige Sorgenkind in Fredriksens Imerpium.

STOCKHOLM/DÜSSELDORF. Am späten Mittwochabend übernahm er zwei Drittel der festverzinslichen Schuldverschreibungen von Golden Ocean. Der Preis für die auf rund 200 Mio. Dollar ausgeschriebenen Bonds beläuft sich auf etwa 40 Mio. Dollar. Der norwegische Reeder ist auch Großaktionär der deutschen Tui und versuchte im vergangenen Jahr vergeblich, die Reederei Hapag Lloyd aus dem Konzern herauszulösen.

Golden Ocean gehört zu den weltweit größten Massengut-Reedereien und geriet durch stornierte Aufträge vor einigen Wochen in akute Zahlungsschwierigkeiten. Nach der Übernahme der Schuldpapiere will Fredriksen versuchen, bessere Konditionen für die 2012 auslaufenden Bonds auszuhandeln. Er ist mit 40,3 Prozent an Golden Ocean beteiligt.

Das Unternehmen ist nicht das einzige Sorgenkind in Fredriksens Imperium. Auch die größte Tanker-Reederei der Welt, Frontline, hat nach unbestätigten Angaben umgerechnet rund eine halbe Mrd. Euro an Schulden. Analysten zufolge besteht jedoch für das Unternehmen keine unmittelbare Gefahr, da ein Teil der Schulden aus Leasing-Verpflichtungen besteht.

Die Branche kämpft wegen des Einbruchs beim Welthandel mit drastisch gesunkenen Frachtraten, Überkapazitäten sowie Stornierungen von bereits bestellten Frachtern. Der jüngste Marktbericht der Beratungsgesellschaft Clarkson ist alarmierend: Die Schere zwischen dem Angebot und der tatsächlichen Nachfrage öffne sich immer weiter, schreiben die Experten. Auch wegen neuer Schiffe stiegen die Containervolumina im Jahr 2008 um elf Prozent auf mehr als 14 Millionen Standardcontainer – die Nachfrage allerdings lediglich um 5,1 Prozent. Für 2009 sieht es noch deutlich schlechter aus. Während sich das Wachstum des Containervolumens sogar noch beschleunigt, legt die Nachfrage nur um bescheidene 3,1 Prozent zu.

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