Reedereien
Møller-Mærsk rüstet sich für Übernahmen

Der dänische Öl- und Schifffahrtsriese A. P. Møller-Mærsk verstärkt seine Kriegskasse: Das Unternehmen, zu dem auch die weltgrößte Container-Reederei Mærsk Line gehört, beschloss gestern in Kopenhagen eine Kapitalerhöhung.

STOCKHOLM. Der Konzern will insgesamt knapp über 250 000 eigene Aktien an neue du bestehende Aktionäre verkaufen und hofft so, 9,2 Mrd. Kronen (1,25 Mrd. Euro) an zusätzlichem Kapital zu erhalten. Es ist die größte Kapitalerhöhung des Unternehmens seit dem zweiten Weltkrieg.

Møller Mærsk-Chef Nils Smedegaard Andersen begründete den Schritt mit dem Wunsch nach weiteren Übernahmen. Die Kapitalerhöhung werde die Flexibilität seines Konzerns erhöhen, sollten sich gute Übernahmegelegenheiten ergeben. „Die Bereiche, die wir mittelfristig am interessantesten finden, sind der Kauf von Ölfeldern und neue Container-Terminals“, sagte er.

Andersen unterstrich, dass sein Unternehmen keine Probleme mit der Finanzierung eventueller Übernahme habe. „Unsere Banken unterstützen uns nach allen Kräften“, erklärte er. Gleichwohl verschaffe sich der Konzern durch die Kapitalerhöhung eine deutlich größere Flexibilität. An der Börse wurde der Verkauf von rund 5,7 Prozent des gesamten Aktienkapitals nicht sonderlich positiv bewertet: Die Aktie des Schifffahrtsriesen gab zwischenzeitlich um mehr als acht Prozent nach.

Der Container-Riese leidet wie die gesamte Branche unter der schwachen Weltkonjunktur mit um bis zu 30 Prozent gesunkenen Frachtraten und geringeren Transportvolumen. Außerdem macht dem Konzern auch der gesunkene Ölpreis zu schaffen, da A. P. Møller Mærsk selbst in der Ölförderung tätig ist. Nach Schätzungen von Experten liegt derzeit rund ein Zehntel der weltweiten Containerflotte leer vor Anker.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wies der Konzern einen Verlust von 3,7 Mrd. Kronen aus. Und Møller Mærsk-Chef Andersen wollte nicht ausschließen, dass sein Unternehmen erstmals seit über sechzig Jahren auch im gesamten Jahr rote Zahlen schreiben werde.

A.P. Møller Mærsk betreibt eine Schiffsflotte von rund 500 Containerfrachtern sowie Öl- und Gastankern. Insgesamt besteht die Flotte aus etwa 700 Schiffen. Darüber hinaus besitzt der Konzern eine Vielzahl von Ölbohrtürmen und Spezialschiffen, die zur Ölsuche und –förderung benötigt werden. Aus dem zuletzt defizitären Schiffsbaubereich zieht sich der Konzern immer weiter zurück.

Gleichwohl schlug er bei der Vorlage des Halbjahresberichts vor zwei Wochen auch vorsichtig optimistische Töne an. Er erklärte, dass sein Konzern leichte Verbesserungen der Weltkonjunktur sähe. Damit würden mittelfristig auch die Frachtraten wieder steigen.

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