Refinanzierung läuft
Deutsche Annington will erst 2013 an die Börse

Die Deutsche Annington will an die Börse, vorher muss aber die Refinanzierung der Milliardenkredite stehen. Das dauert noch – Finanzchef Stefan Kirsten peilt erst Ende 2013 den Gang aufs Parkett an.
  • 0

FrankfurtDeutschlands größter Wohnungskonzern Deutsche Annington traut sich einen Börsengang erst in der zweiten Hälfte 2013 zu. Zuvor will der Konzern seine Refinanzierung und die Chefsuche abschließen. „Das vierte Quartal ist nach meiner Einschätzung das frühestmögliche Fenster“, sagte Finanzchef Stefan Kirsten am Freitag. Vorbedingung sei, dass endlich die milliardenschwere Refinanzierung festgezurrt werde. Das Unternehmen steht mit 3,8 Milliarden Euro an verbrieften Forderungen in der Kreide, die alten Verträge mit den Gläubigern laufen im Sommer 2013 aus.

Erst nach der Verlängerung der Kredite könne das nächste Kapitel aufgeschlagen werden, betonte Kirsten. „Es wird dann ein Börsengang analog zur GSW sein“, fügte er mit Blick auf den Berliner Rivalen an. Annington-Eigner Terra Firma, ein Finanzinvestor, werde also nicht sofort komplett aussteigen, sondern Pakete in mehreren Schritten auf dem Markt platzieren.

Das liegt schon allein an der schieren Größe: Annington mit Hauptsitz in Bochum verwaltet mehr als 210.000 Wohnungen, die insgesamt mit rund zehn Milliarden Euro bewertet werden. Auf lange Sicht gilt der Konzern damit als Kandidat für den Leitindex Dax, in den es bislang noch keine börsennotierte Immobiliengesellschaft geschafft hat. Dass der regionale Konkurrent LEG, ungefähr halb so groß wie Annington, seine Börsenpläne im Moment schon aktiver vorantreibt und eher das zweite Quartal 2013 anpeilt, beunruhigt Kirsten nicht. „Wenn das gut läuft, kann uns das ja sogar Schwung verleihen. Investoren gibt es eigentlich genug.“

Mit der ersten Börsenliga hat Kirsten Erfahrung, war er doch Finanzchef beim Stahlkonzern ThyssenKrupp, bevor er vor knapp zwei Jahren zur Annington stieß. Inzwischen wird der 51-Jährige sogar als neuer Vorstandschef des Wohnungskonzerns gehandelt, nachdem der langjährige Konzernlenker Wijnand Donkers Ende September überraschend gegangen war – Branchenkreisen zufolge im Streit mit der restlichen Führungsmannschaft. Kirsten wollte sich dazu nicht näher äußern. Er sagte lediglich, die Nachfolgefrage solle bis Jahresende entschieden sein. „Es wird intern und extern nach Kandidaten gesucht.“

Seite 1:

Deutsche Annington will erst 2013 an die Börse

Seite 2:

Größere Zukäufe zunächst nicht möglich

Kommentare zu " Refinanzierung läuft: Deutsche Annington will erst 2013 an die Börse"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%