Reges Interesse bei Finanzinvestoren
Eon winken hohe Verkaufserlöse

Der Energiekonzern Eon kann beim Verkauf seiner Töchter Viterra und Ruhrgas Industries auf Einnahmen zwischen sechs und sieben Mrd. Euro hoffen. Bei beiden Unternehmen sei das Interesse von Finanzinvestoren sehr groß, erfuhr das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen.

HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Allein für den Immobilienkonzern Viterra lägen vorläufige Gebote in der Größenordnung von 5,5 Mrd. Euro vor. Bei Ruhrgas Industries, in der Eon zahlreiche Industriebeteiligung gebündelt hat, könne der Konzern mit Einnahmen zwischen 800 Mill. und einer Mrd. Euro rechnen.

Mit dem Verkauf der beiden Töchter wird Eon den Umbau zum reinrassigen Versorger fast zum Abschluss bringen. In den vergangenen Jahren hat der ehemalige Mischkonzern bereits im großen Stil Beteiligungen verkauft und für Milliardensummen im In- und Ausland Energieunternehmen zugekauft. Gleichzeitig schafft sich Eon mit Viterra und Ruhrgas Industries neuen Spielraum für Übernahmen. In Osteuropa und Italien hat der Konzern schon weitere Zukäufe angekündigt, wenn auch nur in mittlerer Größenordnung. „Das Potenzial für Akquisitionen steigt durch die Verkäufe“, sagt Analyst Matthias Heck von Sal. Oppenheim, „der Kapitalmarkt würde es aber begrüßen, wenn Eon die Einnahmen auch für eine höhere Dividende einsetzen würde“.

Der Verkauf des Viterra-Konzerns mit seinen über 150 000 Wohnungen (siehe „lukrative Objekte“) geht bereits in die heiße Phase. In den nächsten Tagen würden die Bieter für die entscheidende Runde ausgewählt, in denen die Interessenten die Bücher prüfen dürften, bestätigten Finanzkreise entsprechende Zeitungsbericht. Die angelsächsischen Finanzinvestoren Fortress, Blackstone, Terra Firma sowie ein Konsortium aus Cerberus und dem Goldman-Sachs-Fonds Whitehall gelten als Kandidaten für diese engere Runde. Bei der von der Investmentbank Morgan Stanley betreuten Auktion würden nach möglichen Allianzen vielleicht nur noch zwei Konsortien übrig bleiben, hieß es in den Kreisen weiter.

Ein Eon-Sprecher lehnte einen Kommentar zu den Verhandlungen ab. Er betonte zwar, Eon prüfe nach wie vor auch einen Börsengang von Viterra. In Finanzkreisen wird diese Option aber inzwischen nur noch als Taktik gesehen. Bei den gebotenen Summen sei der Verkauf an einen Investor bequemer.

Noch länger ziehen dürfte sich der Verkauf von Ruhrgas Industries. Eon hatte den Verkauf zwar schon vor zehn Monaten angekündigt, die Verkaufsprospekte aber erst jüngst verschickt. Interesse angemeldet haben offenbar mehrere Finanzinvestoren – unter anderem Carlyle und Blackstone.

Bei einem erfolgreichen Verkauf der beiden Unternehmen hätte Eon im Portfolio nur noch zwei große Randaktivitäten – ein 43-Prozent-Aktienpaket am Spezialchemikalienhersteller Degussa und eine 50,5- Prozent-Beteiligung am österreichischen Mobilfunkbetreiber One. Die Degussa-Anteile wird Eon vermutlich über die Börse verkaufen. Für One werden immer wieder Interessenten genannt – zuletzt der schwedische Konzern Tele 2, der nach Medienberichten 800 Mill. Euro geboten haben soll. Eon hält sich bedeckt und betont lediglich, nicht unter Zeitdruck zu stehen.

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