Regional-Airport in der Krise
Flughafen Nürnberg will Schulden ausgliedern

In den vergangenen Jahren hat der Nürnberger Flughafen mehr als 20 Millionen Euro Minus gemacht. Die Stadt und das Land Bayern wollen nun dafür gerade stehen. Doch auch Stellenstreichungen scheinen kaum zu vermeiden.
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NürnbergBeim angeschlagenen Nürnberger Flughafen dringt die Stadt auf die Übernahme von Schulden durch die Anteilseigner. Es gehe um einen zweistelligen Millionenbetrag, berichtete der Nürnberger Stadtkämmerer Harald Riedel (SPD) am Montag. Die aus dem Flughafen-Umfeld genannte Zahl von 20 Millionen Euro sei unzutreffend. „Es steht einfach noch nicht fest, um welche Größenordnung es geht“, sagte Riedel der Nachrichtenagentur dpa. Über entsprechende Pläne hatten auch die „Nürnberger Nachrichten“ (Montag) berichtet.

Sinkende Passagierzahlen und der wachsende Schuldenberg haben den Nürnberger Flughafen immer tiefer in die roten Zahlen rutschen lassen. Die Stadt Nürnberg und der Freistaat Bayern sollen ihm nun einen Teil der Schulden abnehmen. „Wir prüfen derzeit, ob wir dem Flughafen bei der Verschuldung helfen können, um ihm quasi Hilfe zur Selbsthilfe zu geben“, sagte Riedel. Die Entscheidung darüber werde erst Anfang August fallen. Zurückhaltend äußerte sich das bayerische Finanzministerium: „Es gibt noch keine Einigung, wie man mit dem Flughafen künftig umgeht“.

Nach dpa-Informationen sieht eines der Konzepte vor, einen Teil der Flughafenschulden in eine noch zu gründende Finanzgesellschaft auszugliedern. Die Konstruktion, bei der die heutige Fluggesellschaft nur noch für das operative Flughafengeschäft zuständig wäre, könnte auch von EU-Wettbewerbshütern akzeptiert werden. Schließlich würden dabei auf direktem Weg keine öffentlichen Mittel an den Nürnberger Flughafen fließen, betonen mit den Sanierungsplänen vertraute Kreise. Dagegen erklärte Kämmerer Riedel, dieser Vorschlag sei aus dem Rennen.

Wie es im Flughafen-Umfeld hieß, setze eine solche Lösung weitere Zugeständnisse der Flughafen-Mitarbeiter voraus - entweder in Form weiterer Lohn- und Gehaltseinbußen oder eines Personalabbaus. Angesichts der weiter sinkenden Passagierzahlen komme der Flughafen um eine sozialverträgliche Streichung von Stellen kaum noch herum. „Das jetzige Personal war mal für vier Millionen Passagiere gedacht, jetzt hat der Flughafen nur noch gut drei Millionen Fluggäste im Jahr“, hieß es. Eine Lohnkürzung, wie sie bereits für 2012 und 2013 vereinbart worden war, wäre keine dauerhafte Lösung.

Seit 2008 summierten sich die Verluste auf mehr als 22 Millionen Euro. In den vergangenen Jahren hatte der Regionalflughafen darunter gelitten, dass Air Berlin Nürnberg während der Wintermonate nicht mehr als Drehkreuz für seine Ferienflüge nutzt und auch andere Verbindungen strich.

Der Nürnberger Flughafen ist nicht der einzige Regionalflughafen in Deutschland, der in eine wirtschaftliche Schieflage geraten ist. So musste der Flughafen Lübeck im April Insolvenz anmelden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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