Regionalversorger will über eine Milliarde Euro erlösen
EWE finanziert Zukäufe über eine Anleihe

Der Oldenburger Versorger EWE will seinen rasanten Expansionskurs zum größten Teil über eine Anleihe finanzieren. Das Unternehmen erhoffe sich dadurch Einnahmen von über einer Mrd. Euro, sagte Finanzvorstand Axel Waschmann gestern während einer Telefonkonferenz. Das genaue Volumen hänge aber vom Verlauf des Bieterverfahrens ab.

juf DÜSSELDORF. Die EWE AG will mit der Anleihe Bankkredite ablösen, die sie bei der Übernahme von Aktienpaketen an der Leipziger Ferngasgesellschaft Verbundnetz Gas AG (VNG) und der Bremer Stadtwerke SWB AG aufgenommen hat. Ursprünglich hatte sie auch einen Börsengang erwogen. Im Juli zog sie die Pläne aber mit Verweis auf das schwache Börsenumfeld zurück.

Der Konzern hatte von den Auflagen profitiert, die Eon und Ruhrgas bei ihrer Fusion auferlegt worden waren, und Ende 2003 ein 32-Prozent-Paket an der SWB gekauft und sich die Kontrolle über die VNG gesichert. Im August diesen Jahres stockte die EWE ihre SWB-Beteiligung schließlich auf 49 Prozent auf. Insgesamt bezahlte das Unternehmen einen Kaufpreis von 1,5 Mrd. Euro, den es zunächst mit Krediten finanzierte. Durch die Übernahmen stieg der Regionalversorger zum fünftgrößten Versorger Deutschlands auf und kommt inzwischen auf einen Umsatz von rund sechs Mrd. Euro.

„Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Anleihe für uns die günstigste Finanzierungsform“, sagte Vorstandschef Werner Brinker dem Handelsblatt. Dies gelte zum einen mit Blick auf das aktuelle Börsenumfeld als auch auf das derzeit niedrige Zinsniveau. In Anbetracht der unsicheren Entwicklungen an den Märkten habe sich EWE die günstigen Zinsen sichern wollen.

In der kommenden Woche will der Versorger seine Pläne auf einer Roadshow den potenziellen Investoren präsentieren. Mit der Platzierung hat er die Investmentbanken Barclays Capital, Dresdner Kleinwort Wasserstein und Goldman Sachs beauftragt. Die Details der Emission seien noch offen, sagte Finanzvorstand Waschmann. Die Laufzeit der Anleihen werde aber zwischen sieben und zwölf Jahren liegen. Nach Abschluss der Emission werde sich die EWE Gedanken machen, wie sie mit dem Rest der Zwischenfinanzierung umgehen soll. Der verbleibende Teil der Kredite habe aber eine Laufzeit von fünf Jahren, so dass die EWE nicht unter Zeitdruck stehe.

Die Ratingagenturen Moody’s und Standard & Poors (S&P) geben dem Unternehmen gute Noten. Moody’s bewertet die Bonität mit „A2“ und S&P mit „A“. Es ist jeweils das sechsthöchste Rating, das die Agenturen vergeben. „Das A2-Rating spiegelt das niedrige Geschäftsrisiko der EWE AG wieder, das sich aus den Strom- und Gasnetzaktivitäten und dem starken regionalen Versorgungsgeschäft des Unternehmens ergibt“, erklärte Moody’s. S&P schreibt dem Unternehmen eine „starke Marktposition“ zu. EWE sei regional gut aufgestellt, heißt es in einer gestern veröffentlichten Presseerklärung .

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