Reisebranche kritisiert BayernLB
Tui und Thomas Cook sollen Schaden begrenzen

Die großen Reisekonzerne Tui und Thomas Cook wollen im Zusammenhang mit der Aero-Lloyd-Pleite gemeinsam das zentrale Krisenmanagement für die deutsche Tourismusindustrie übernehmen. Der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalterverband (DRV) habe sie darum gebeten, teilten die Konzerne in Hannover mit.

HB TUNIS. Die Reisebranche bemüht sich so um Schadensbegrenzung. Heftig kritisierten Manager diverser Reiseveranstalter das Vorgehen der Bayerischen Landesbank (BayernLB) bei der Insolvenz von Aero Lloyd.

Der über Nacht gestellte Insolvenzantrag mit Folgen für Zehntausende von Urlaubern überschattete am Freitag das diesjährigen Spitzentreffen der Reisebranche im Badeort Hammamet bei Tunis. Denn der seit Donnerstag ruhende Flugbetrieb bei Aero Lloyd trifft fast alle Veranstalter der krisengeschüttelten deutschen Reisebranche ausgerechnet in einer lange ersehnten und noch sehr anfälligen Aufwärtsentwicklung.

Hinter den Kulissen wurden am Rande der Tagung mit Hochdruck an einem schnellen Krisenmanagement gearbeitet. Die Branche schätzt, dass derzeit bis in den Monat November hinein zwischen 50 000 und 80 000 Urlauber betroffen seien, davon ein Drittel Reisende, die ihren Flug selbst gebucht hätten und deshalb nicht unter den Versicherungsschutz der Reiseveranstalter fallen.

Für Aero Lloyd und deren Hauptgesellschafter BayernLB könnte dies zudem noch ein Nachspiel haben. Aero Lloyd habe erst noch am 15. Oktober - wie in der Branche zur Monatsmitte üblich - von allen Reiseveranstaltern die Flugerlöse für den gesamten Monat kassiert und dann kurz nach Mitternacht den Flugbetrieb eingestellt. Dies sei gerade für eine Landesbank schon sehr seltsam, kritisierten Manager mehrerer Veranstalter. Intern prüfen mehrere Veranstalter, inwieweit die Abbuchungen für die zweite Monatshälfte rückgängig gemacht werden könnten.

Über das Ende von Aero Lloyd sei zwar schon in der Branche immer wieder mal spekuliert worden, sagte Dietmar Kaster, Chef der Rewe Pauschaltouristik. „Wirklich schlimm ist, wie die Schließung ablief, dass man mit einer Landesbank als Hauptgesellschafter von heute auf morgen den Flugverkehr einstellt.“ Schätzungen in Veranstalterkreisen gehen von einem zweistelligen Mill. €-Betrag aus, der am 15. Oktober noch abgebucht worden sei.

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