Reisebranche
Stürmische Zeiten für Reiseveranstalter

Die deutschen Reiseveranstalter stellen sich nach einem geschäftsträchtigen Jahr auf magere Zeiten ein. Die Nachfrage nach Pauschalreisen werde stabil bleiben.

HB BUDAPEST. Die sich abzeichnende Konjunkturflaute dürfte Zuwächse im gerade begonnenen Touristikjahr 2008/09 aber kaum möglich machen, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Klaus Laepple, am Donnerstag zum Auftakt der DRV-Jahrestagung in Budapest. Im vergangenen Geschäftsjahr wuchs der Umsatz der deutschen Reiseveranstalter um 3,5 Prozent. Die Großveranstalter wie TUI und Thomas Cook, die rund 60 Prozent des Marktes abdecken, kamen nur auf ein Plus von zwei Prozent.

Die Entwicklung in der Sommersaison 2009 sei nur schwer absehbar. "Der Sommer ist ein Buch mit sieben Siegeln", hatte Laepple kürzlich gesagt. Viele Reiseveranstalter haben sich vor dem Abschwung mit Preiserhöhungen von zwei bis sechs Prozent gegen mögliche Erlöseinbußen gewappnet. Zudem haben sie vorsichtig geplant und bei Fluggesellschaften und Hotels weniger Plätze verbindlich zugesagt. Experten rechnen für das kommende Jahr mit einem Marktrückgang von zwei bis drei Prozent.

Für die beginnende Wintersaison verbuchen die deutschen Veranstalter nach DRV-Angaben bislang ein Umsatzplus von zwei Prozent. Der Chef der Reisebürokooperation AER, Hartmut Höhn, warnte davor, diese Zahl überzubewerten. "Die Winterbuchungen sind nicht schlecht, aber sie sind nicht sehr aussagekräftig, weil das Wintergeschäft je nach Veranstalter maximal 30 Prozent des Umsatzvolumens im Gesamtjahr ausmacht", sagte er.

>P>Zudem hätten viele Anbieter ihre Kataloge in diesem Jahr weit früher auf den Markt gebracht als 2007, was den Vergleich verzerre. "Das Plus bei den Buchungen für den Winter kann kippen. Die Touristik ist kein goldenes Kalb", sagte Höhn. Unter dem Dach von AER kooperieren bundesweit etwa 720 Reisebüros.

Die Branche hatte sich gerade erst von dem Einbruch nach den Anschlägen in New York 2001 und dem folgenden Konjunkturflaute erholt. In den beiden Jahren nach den Anschlägen verbuchten die deutschen Veranstalter Umsatzeinbußen von insgesamt 15 Prozent. Erst 2006/07 erreichte der Pauschalreisemarkt wieder das vormalige Umsatzvolumen von gut 20 Mrd. Euro.

Beliebt waren bei den Deutschen im vergangenen Jahr vor allem Fernreisen nach Nordamerika sowie Ziele im Nahen Osten, Thailand, Ägypten, in der Türkei und in Österreich. Deutliche Zuwächse verbuchten vor allem Spezialreiseveranstalter (plus fünf Prozent) und Studienreisenanbieter (plus sieben Prozent) sowie Kreuzfahrten (plus zwölf Prozent).

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