Reisebranche
Thomas Cook trotz höherem Verlust optimistisch

Der Reiseveranstalter Thomas Cook bleibt nach einem Umsatzplus und einem tieferen Rutsch in die Verlustzone im ersten Geschäftshalbjahr optimistisch. "Wir sind zuversichtlich, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen", sagte Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa am Donnerstag in London.

HB FRANKFURT. Der zu Arcandor gehörende Reisekonzern Thomas Cook ist im traditionell schwachen Winterhalbjahr wegen höherer Zinskosten tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich verbuchte Europas zweitgrößtes Reiseunternehmen in den sechs Monaten bis Ende März einen knapp 18 Prozent höheren Verlust von 207,3 Mio. Pfund, wie das deutsch-britische Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Grund dafür waren unter anderem höhere Finanzierungskosten durch die steigende Verschuldung, die sich innerhalb eines Jahres auf etwa eine Milliarde Pfund verfünffacht hatte. Thomas Cook hatte das Geld für Zukäufe, einen Aktienrückkauf und Dividendenzahlungen ausgegeben. Letztere kommen hauptsächlich der angeschlagenen Mutter Arcandor zugute, die 53 Prozent der Anteile hält.

Operativ verringerte Cook im ersten Halbjahr seinen Verlust um knapp 16 Prozent auf 110,9 Mio. Pfund, während der Umsatz um knapp 13 Prozent auf 3,5 Mrd. Pfund zulegte. Da Reisekonzerne einen Großteil ihres Geschäfts im Sommer machen, sind Verluste im Winter keine Seltenheit.

Der Reisekonzern, der aus der Fusion des KarstadtQuelle-Reisegeschäfts mit dem britischen Wettbewerber MyTravel entstanden war, ist mit fast 90 Prozent der operativen Erträge der wichtigste Ergebnisbringer von Arcandor. Der neue Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick will daher laut Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa beim Umbau des Handelskonzerns auch nicht auf die Reisetochter verzichten. „Er hat das ganz klar gemacht. Alles was er tut, alle Maßnahmen die er setzt, alle Diskussionen die er führt, haben damit zu tun, dass er Thomas Cook nicht verkaufen will“, sagte Fontenla-Novoa.

Im Gesamtjahr will der Cook-Chef mehr Gewinn erzielen als im Vorjahr, als operativ ein Plus von 366 Mio. Pfund zu Buche stand. Durch die schwächelnde Wirtschaft seien die Kunden zwar nach wie vor zögerlich bei Buchungen und würden sich erst knapp vor ihrem Urlaub für eine Reise entscheiden.

Im wichtigsten Markt Großbritannien lägen die Buchungen für Sommer daher derzeit um zwölf Prozent unter dem Vorjahr, in Kontinentaleuropa mit dem größten Markt Deutschland um 16 Prozent. Cook hat allerdings vorsorglich schon weniger Flugplätze und Hotelbetten geordert, um nicht auf den Kontingenten sitzen zu bleiben. In Kontinentaleurope könne das Unternehmen voraussichtlich alle seine Reisen verkaufen.

Neben der sinkenden Urlaubslaune vieler Kunden hat Cook zuletzt auch den Ausbruch der Schweinegrippe zu spüren bekommen, durch den Reisen nach Mexiko gestrichen wurden. Im Gesamtjahr würden sich die Auswirkungen jedoch in Grenzen halten.

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