Reisebranche
Tui Travel kooperiert mit Mordaschow

Tui Travel setzt auf den russischen Markt: Die britische Tui-Tochter und Stahlmilliardär Alexej Mordaschow gehen nach einem Jahr der Planung mit einem Gemeinschaftsunternehmen in Russland an den Start.

MOSKAU. Der Reisekonzern Tui treibt den Eintritt in den russischen Markt mit mehreren Zukäufe voran. Das von der Reisesparte Tui-Travel und dem russischen Großaktionär Alexej Mordaschow gegründete Gemeinschaftsunternehmen soll nun die Mehrheit an zwei Reiseveranstaltern aus Russland und der Ukraine übernehmen, teilten die Partner gestern in Moskau mit. Bis Ende des Jahres will die neue Firma, an der Mordaschow 51 Prozent hält, 40 Mio. Dollar investieren. Etwa die Hälfte davon entfällt auf Tui.

Der größte europäische Reisekonzern hatte den Einstieg in den schnell wachsenden russischen Touristikmarkt bereits im vergangenen Jahr angekündigt. Gemeinsam mit dem Stahlmagnaten und Milliardär Mordaschow, der über seine Beteiligungsgesellschaft S-Group 15 Prozent an Tui hält, will der Konzern Marktführer in Russland werden.

Die russischen und ukrainischen Veranstalter VKO und Voyage Kiew sind auf Spanien, Griechenland, Kroatien, Ägypten, die Türkei und Bulgarien spezialisiert. Neben den beiden Unternehmen soll künftig auch die 34-Prozent-Beteiligung von Tui an dem Moskauer Veranstalter Mostravel zu dem Gemeinschaftsunternehmen stoßen.

Auch andere Reiseveranstalter wie etwa Thomas Cook haben ein Auge auf den russischen Markt geworfen und Zukäufe angekündigt. Die Unternehmen setzen dabei auf die Reisefreudigkeit der russischen Mittelschicht und hoffen, dass diese auch in der Russland hart treffenden Wirtschaftskrise nicht nachlässt. Ob der russische Tourismus-Markt aber nach wie vor eine jährliches Wachstumsrate von 12 Prozent hinlegen wird, wie Tui-Chef noch Ende vergangenen Jahres erwartete, bezweifeln Beobachter aber. Bereits jetzt können klassische Reiseziele russischer Pauschaltouristen wie die Türkei einen Rückgang der Gäste feststellen. Für den Milliardär Mordaschow ist das Tourismusgeschäft zu dem neu.

Der Großaktionär gilt aber als Gegenpart zu dem norwegischen Reeder John Fredriksen, der zuletzt seine Beteiligung an Tui von 15 auf 16,81 Prozent erhöhte – vor allem um mehr Einfluss im Aufsichtsrat zu bekommen. Die Aktie des Konzerns legte gestern weiter um fast fünf Prozent zu, allerdings nicht wegen der Nachrichten aus Russland, sonder weil Anleger hoffen, dass Mordaschow nun nachzieht. Während Fredriksen seit mehr als einem Jahr gegen die Tui-Spitze Stimmung macht und auch die Abspaltung der Reederei Hapag-Lloyd auslöste, zieht Mordaschow mit dem Management an einem Strang.

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