Reisebuchungsfirma: Amadeus streicht 110 Stellen

Reisebuchungsfirma
Amadeus streicht 110 Stellen

Europas größtes Reisebuchungsunternehmen Amadeus forciert in seiner Deutschland-Zentrale in Bad Homburg den Stellenabbau.

HB FRANKFURT. 2006 sollen rund 110 Arbeitsplätze durch Versetzung oder Ausgliederung von Geschäftsteilen wegfallen. Damit werde sich die Beschäftigtenzahl auf rund 520 von rund 700 Anfang vorigen Jahres verringern, sagte Amadeus-Deutschland-Chef Holger Taubmann am Donnerstagabend in Frankfurt.

Der Personalabbau sei notwendig, um dem Kostendruck vor allem durch Fluggesellschaften zu begegnen und Spielraum für Investitionen zu schaffen. „Wir müssen unsere Position sichern“, sagte Taubmann. Lufthansa hat im vorigen Jahr bereits auf niedrigere Gebühren je Buchung gedrängt.

Amadeus Deutschland habe 2005 Umsatz und Ergebnis stabil gehalten. Zahlen für einzelne Länder-Töchter würden bei Amadeus nicht genannt. „Deutschland bleibt für Amadeus wichtigster Einzelmarkt“, sagte Taubmann. Der Marktanteil bei Flugbuchungen sei noch einmal leicht gestiegen auf gut 80 Prozent. Bei touristischen Buchungen sei der Anteil etwas niedriger.

Amadeus wandelt sich vom reinen Buchungssystem zum Technologie-Partner der Luftfahrt- und Reisebranche. Der Großauftrag der Deutschen Lufthansa und dem von ihr geführten Flugbündnis Star Alliance zur Entwicklung einer neuen Informationstechnologie-Plattform sei für Amadeus weltweit die Eintrittskarte ins IT-Geschäft, sagte Taubmann.

Viele Experten hätten vor einigen Jahren angezweifelt, dass die klassischen Buchungssysteme nach dem Aufkommen des Internets noch eine Zukunft haben. Das Internet sei für Amadeus keine Bedrohung mehr, sagte Taubmann. „Amadeus liefert schon heute die Buchungsmaschine hinter einer Vielzahl von Websites“, ergänzte er.

„Wir sehen noch Potenzial bei touristischen Buchungen, insbesondere bei Hotels“, sagte Taubmann. Viele Hotels sind nicht an elektronische Buchungssysteme angeschlossen und buchen noch per Telefon und Fax. Reiseveranstalter wollten aber zunehmend Hotels einzeln buchbar in ihre Systeme aufnehmen.

Die neuen Eigentümerverhältnisse beim Amadeus-Mutterkonzern (mit Sitz in Madrid) hätten keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik in Deutschland. Neuer Hauptaktionär ist seit 2005 der Finanzinvestor BC Partners Cinven mit gut 52 Prozent. Die Gründer und langjährigen Hauptaktionäre, die Fluggesellschaften Lufthansa, Air France-KLM und Iberia, sowie Mitarbeiter halten die übrigen Anteile.

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