Reisekonzern
Einstieg bei Thomas Cook? - Kuoni winkt ab

Die Geschäfte des Konkurrenten Thomas Cook lassen den Reiskonzern Kuoni kalt. Ein Einstieg kommt laut Konzernchef allenfalls bei der Indien-Tochter infrage. Fokussiert wird derzeit eine Beteiligung in China.
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FrankfurtDer Schweizer Reisekonzern Kuoni hat wenig Interesse an Teilen des angeschlagenen Wettbewerbers Thomas Cook. „Für uns machen die Geschäfte von Thomas Cook in Deutschland, Skandinavien und Großbritannien keinen Sinn. Entweder gibt es zu wenig Synergien, oder die kartellrechtlichen Hürden sind zu hoch“, sagte Kuoni-Chef Peter Rothwell der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagausgabe).

In Indien sei ein Zukauf von Thomas-Cook-Geschäften zwar grundsätzlich vorstellbar. Allerdings stelle die Börsennotierung des Unternehmens eine zusätzliche Schwierigkeit dar.

Thomas Cook will die Mehrheitsbeteiligung an der Indien-Tochter verkaufen. Der britisch-deutsche Reisekonzern, zu dem auch Anbieter wie Neckermann und Öger Tours sowie der Ferienflieger Condor gehören, war vergangenes Jahr in ernste finanzielle Schwierigkeiten geraten. Im November musste die älteste Touristikfirma der Welt mit einer Finanzspritze von Gläubigern über Wasser gehalten werden.

Auch bei Kuoni läuft es nicht überall rund: Das Geschäft in Frankreich und Italien schwächelt. „Ein Rückzug aus Italien ist eine Option, aber zurzeit kein Thema“, sagte Rothwell. In China wollen die Schweizer ihre Beteiligung an ET-China ausbauen und verhandeln darüber mit ihren Mitaktionären. Der Ausgang der Gespräche ist offen. „Aber die Beteiligung von 30 Prozent stellt für uns längerfristig keinen zufriedenstellenden Zustand dar“, sagte Rothwell.

Der Anteil des Asien-Geschäfts am Konzernumsatz könne in den kommenden Jahren von 42 Prozent auf über 50 Prozent steigen. Das Geschäft in Asien dürfte noch einige Zeit mit hohen einstelligen Jahresraten wachsen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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