Reisekonzern
Großaktionär macht Stimmung gegen Tui-Spitze

Vor der Hauptversammlung des Reisekonzerns Tui bahnt sich erneut ein Machtkampf zwischen den Aktionären an. Während die Belegschaftsseite um Stimmrechte wirbt, um sich gegen rein renditeorientierte Investoren zu behaupten, bläst der norwegische Großaktionär John Fredriksen zum Sturm auf die Unternehmensspitze.

HB HANNOVER. Fredriksen, der nach eigenen Angaben seine Anteile auf 16,8 Prozent aufgestockt hat, wandte sich in einem offenen Brief an die Aktionäre, unter anderem um Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow absetzen und selbst mit zwei Sitzen in den Aufsichtsrat einziehen zu können. Im vergangenen Jahr war er mit diesen Zielen gescheitert. Die Hauptversammlung ist am 13. Mai.

Die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Unternehmens sei noch immer nicht transparent genug, die Verschuldung weiterhin zu hoch und unter dem Strich stehe ein hoher Fehlbetrag von 142 Mio. Euro in der Bilanz. Fredriksen kritisiert ferner, dass im Aufsichtsrat mehrere Mitglieder mit touristischen Interessen sitzen und eine unabhängige Kontrolle des Vorstands daher nicht gesichert sei.

Im vorigen Jahr hatte der Tui-Konzern bei einem Umsatzanstieg um 14 Prozent auf rund 25 Mrd. Euro in beiden Geschäftssegmenten - Tourismus und Schifffahrt - operativ zwar ein positives Ergebnis erzielt. Unter dem Strich stand aber ein Verlust. Ursachen waren hohe Restrukturierungs- und Integrationskosten nach Zusammenlegung des Reisegeschäfts mit dem britischen Konkurrenten First Choice sowie in der Schifffahrt höhe Ölkosten und zuletzt der Einbruch bei den Containertransporten. Tui will daher für 2008 keine Dividende zahlen.

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