Reisekonzern in Nöten
Thomas Cook ergattert neuen Kredit

Thomas Cook in Turbulenzen: Dem Reiseveranstalter laufen die Kunden scharenweise davon. Grund sind Sorgen um die Zukunft des Reiseveranstalters. Zumindest gelang es dem Konzern nun, an frisches Geld zu kommen.
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LondonAus Angst vor einem Zusammenbruch des Unternehmens lassen die Kunden scharenweise die Finger von Angeboten des deutsch-britischen Reisekonzerns Thomas Cook. Die Buchungen in Großbritannien seien in der vergangenen Woche um 30 Prozent zurückgegangen, sagte der amtierende Konzernchef Sam Weihagen der BBC am Samstag.

„Das ist natürlich eine Menge. Andererseits könnte es noch viel mehr sein, wenn unsere Kunden sich nicht loyal zu uns gezeigt hätten.“ Um Vertrauen zurückgewinnen, schrieb Weihagen einen offenen Brief an die Reiseinteressenten: „Sie können sich sicher sein, dass Ihr Urlaub bei uns in guten Händen ist“, beteuerte er darin.

Dem Mutterkonzern deutscher Reise-Marken wie Neckermann, Bucher und Öger Tours gelang es am Freitag, die dringendste Finanzlücke vorerst zu schließen. Der zweitgrößte Reiseveranstalter Europas und drittgrößte Anbieter in Deutschland vereinbarte mit seinen Banken neue Kredite über 200 Millionen Pfund.

Die Darlehen ersetzten einen Ende Oktober gewährten Überbrückungskredit über 100 Millionen Pfund, teilte das Unternehmen mit. Die Banken hätten zudem einer Lockerung von bestehenden Kreditlinien zugestimmt. „Die Thomas Cook Group erhält dadurch eine deutlich größere Flexibilität, um auf unerwartete Ereignisse und die Auswirkungen eines unsicheren wirtschaftlichen Umfelds reagieren zu können“, hieß es. Es war bereits das zweite Mal binnen fünf Wochen, dass die Banken dem Konzern beispringen mussten.

Thomas Cook will seine Bilanz fürs Geschäftsjahr 2010/11 (per Ende September) am 12. Dezember vorlegen, zwei Wochen später als ursprünglich geplant. Der hoch verschuldete Konzern wollte die Verhandlungen mit den Banken abwarten. Dem Konzern setzen die Zurückhaltung der Verbraucher auf dem Heimatmarkt zu, die Folgen der Unruhen in Nordafrika und die allgemeinen Marktturbulenzen.

Die britische Tochter der TUI versuchte zuletzt Kapital aus den Nöten des Konkurrenten zu schlagen. TUI Travel schaltete in Tageszeitungen Groß-Anzeigen mit dem Text: „Ein anderer Urlaubsanbieter steckt in Turbulenzen, aber wir befinden uns in bester Verfassung.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • frisches Geld ? Stinkt das alte schon wieder - so wie unser ganzes Finanzsystem stinkt. Muß man halt wieder mehr "Deo" benutzen (d.h. RettungspaketschirmekreditantitoxischesZeugsachdasglaubtdochkeinermehr)

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