Reisekonzern
Tui-Aktionäre werden nicht am Erfolg beteiligt

Trotz Krise kann der Touristikkonzern Tui erneut seinen Gewinn steigern. Auch im kommenden Jahr werden gute Ergebnisse erwartet. Doch die Aktionäre sollen weiterhin keine Dividende ausgezahlt bekommen.
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HannoverDer Reisekonzern Tui hat den Gewinn trotz der Wirtschaftsprobleme in vielen europäischen Ländern gesteigert. Der Überschuss sei im Ende September ausgelaufenen Geschäftsjahr 2011/2012 wegen hoher Preise in der Sommer-Hochsaison und gut laufender Hotelgeschäfte um 20 Prozent auf 141,9 Millionen Euro geklettert, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mit. Operativ sprang das Ergebnis (Ebita) sogar um 24 Prozent auf einen Rekordwert von 746 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen an dem Erfolg aber nicht beteiligt werden. Auch im Vorjahr hatte Tui bereits keine Dividende gezahlt. Für das neue Geschäftsjahr 2012/13 erwartet der Vorstand ein operatives Ergebnis auf Niveau des Vorjahres und ein positives Konzernergebnis. Der Umsatz solle leicht steigen.

Das Ergebnis je Aktie ging auf -0,16 Euro zurück (Vorjahr -0,01 Euro). Wesentlicher Grund hierfür sei das im Tui Konzernergebnis enthaltene schlechte Geschäft der Containerreederei von Hapag-Lloyd. Die Tochter verbuchte einen Verlust von 49 Millionen Euro, bereits im Vorjahr lag das Ergebnis um 2 Millionen Euro im Minus.

„Ein Meilenstein des Geschäftsjahres ist die deutliche Reduzierung der Nettoverschuldung um 639 Millionen Euro. Damit haben wir unser langjähriges Ziel erreicht, den Konzern quasi schuldenfrei zu stellen“, sagte Vorstandschef Michael Frenzel. Zum Bilanzstichtag betrage die Nettoverschuldung 178 Millionen Euro. Die Entschuldung finanzierte TUI auch mit der Reduzierung seines Anteils an der Reederei Hapag-Lloyd auf 22 Prozent, die dem Unternehmen 700 Millionen Euro einbrachte.

Tui hält auch weiterhin am Ausstieg aus dem Containergeschäft fest. Ein Zusammenschluss zwischen Hapag-Lloyd und Hamburg-Süd könnte das "Wertpotenzial" der TUI-Beteiligung erhöhen und sei insofern zu begrüßen, sagte Tui-Chef Michael Frenzel am Mittwoch. Der TUI-Konzern, der noch 22 Prozent an Hapag-Lloyd hält, stehe dabei aber nicht unter Zeitdruck. Der Vorstand werde die Entscheidung von der Schifffahrts-Konjunktur und dem Börsenumfeld abhängig machen, betonte er. TUI hat das Recht, seinen Hapag-Anteil an Dritte zu verkaufen oder an der Börse zu platzieren. Hapag-Lloyd und Hamburg Süd hatten am Dienstag bekanntgaben, über einen Zusammenschluss zu reden.

Für Frenzel war es die letzte Ergebnispräsentation. Nach 19 Jahren an der Spitze des Konzerns tritt er im Februar 2013 zurück. Sein Nachfolger ist Friedrich Joussen, der bisherige Deutschlandchef von Vodafone.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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