Reisekonzern
Tui hält an Hapag-Lloyd-Verkauf fest

Der Reisekonzern Tui hat den Forderungen seines größten Aktionärs eine Absage erteilt: Das Unternehmen halte an den Plänen für den Verkauf seiner Hamburger Reederei Hapag-Lloyd fest, teilte Tui am Freitag mit.

HB HANNOVER. Der Aufsichtsrat sei in einer Sitzung am Donnerstag zu dem Ergebnis gekommen, dass die von Großaktionär John Fredriksen geforderte Abspaltung Hapag-Lloyds in ein eigenständiges Unternehmen keine sinnvolle Variante sei. "Aus derzeitiger Sicht würde ein Spin-off Werte vernichten und läge damit nicht im Interesse der Aktionäre, " teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Der norwegische Reeder Fredriksen, der mittlerweile 15 Prozent der Tui-Anteile hält, hatte den Verkaufsprozess zwar im Frühjahr selbst angestoßen. Nun fordert er jedoch, das Vorhaben abzublasen und stattdessen den Konzern in zwei Teile zu spalten und dabei jedem Tui-Aktionär Hapag-Lloyd-Aktien ins Depot zu geben. Fredriksen interessiert sich dabei nur für das Containerschifffahrts-Geschäft des hannoverschen Konzerns. "Wir würden gerne 15 bis 40 Prozent von Hapag-Lloyd übernehmen und dem Unternehmen - bei Bedarf auch mit frischem Kapital - dabei helfen, selbst als Käufer von Mitbewerbern im Markt aufzutreten", hatte Fredriksens Vertrauter Tor Olav Troim erst diese Woche erklärt.

Der Norweger hofft, mit dem zweitgrößten Tui-Aktionär Alexej Mordaschow ins Geschäft zu kommen. Der russische Milliardär verfolgt vor allem Ziele im Bereich Tourismus. Fredriksen hatte vorgeschlagen, nach einer Abspaltung von Hapag-Lloyd eigene Tui-Aktien gegen Hapag-Lloyd-Aktien zu tauschen. "Herr Mordaschow könnte an solch einem Tausch ja durchaus interessiert sein", hatte Troim erklärt. Einen Verkauf seiner Tui-Aktien an Fredriksen hatte Mordaschow jedoch abgelehnt und stattdessen bei Tui auf 11,6 Prozent aufgestockt.

Aus Sicht des Tui-Aufsichtsrats - in Gremium ist Fredriksen nicht vertreten, da er eine Mitarbeit unter dem derzeitigen Vorsitzenden Jürgen Krumnow abgelehnt hatte - ist eine Abspaltung von Hapag-Lloyd kontraproduktiv. Für sie wäre der Rückkauf der von Tui begebenen, zwei Mrd. Euro schweren Anleihen nötig. Das würde sich negativ auf die Bonität von Tui und Hapag-Lloyd auswirken. "Im gegenwärtigen Marktumfeld für Finanzierungen wäre die durch einen Spin-off erforderlich werdende Refinanzierung beider Gruppen ohne Eigenkapitalzufuhr (Kapitalerhöhung) auch praktisch kaum durchführbar", teilte Tui mit.

Den Trennungsprozess der Containerschifffahrt will Tui daher planmäßig fortsetzen. Eine erste Auswertung unverbindlicher Angebote sei für Mitte August vorgesehen, so das Unternehmen. Erst wenn im Herbst verbindlicher Kaufangebote vorlägen, könne abschließend geklärt werden, ob statt eines Verkaufs, nicht doch die Fusion mit einem Wettbewerber oder eine Abspaltung der bessere Weg wäre.

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