Reisekonzern
Tui und Thomas Cook fürchten harten Winter

Der Sommer lief noch ganz gut, aber der Ausblick auf den Winter lässt Thomas Cook frösteln. Der weltweit zweitgrößte Reisekonzern bekommt die Zurückhaltung seiner Kunden zu spüren. Und bei Tui sieht es ähnlich aus.

DÜSSELDORF. Die beiden führenden europäischen Reiseveranstalter Tui Travel und Thomas Cook blicken mit einiger Skepsis in die Zukunft. Die Buchungen für die bevorstehende Wintersaison liegen bei den an der Londoner Börse notierten Touristikkonzernen weit unter den Vorjahresständen. Allerdings geben sie die Hoffnung noch nicht auf: „Die Verbraucher machen weiter ihren Urlaub, aber der Trend zu späten Buchungen hält an“, konstatierte Cook-Vorstandschef Manny Fontenla-Novoa. Konkrete Zahlen nannten beide Konzerne noch nicht.

Wie groß die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der Reisemärkte ist, zeigt auch das Statement von Tui-Travel-Chef Peter Long vom Vortag. Beim Ausblick im Rahmen seiner vorläufigen Bilanz des Sommer-geschäfts beschränkte er sich auf die Aussage, man sehe sich in einer guten Ausgangslage, die Erwartungen für das – am gestrigen Tag endende – Geschäftsjahr zu erfüllen. In der Tui-Zentrale in Hannover hieß es, die derzeitige Buchungslage für den Winter sei „katastrophal“. Und was im nächsten Sommer sein werde, sei völlig unklar.

Viele Kunden würden abwarten, wie sich ihre Situation am Arbeitsplatz entwickelt, schätzte Fontenla-Novoa die Lage ein. „Wir erwarten, dass die Arbeitslosigkeit in den meisten unserer Märkte weiter wächst“,

Die Marktführer hatten zwar im Geschäftsjahr 2007/2008 vor der Krise noch einmal kräftig zugelegt. Tui Travel kam auf fast 18 Prozent mehr Umsatz von 18,6 Mrd. Euro. Thomas Cook legte eine fast zwölfprozentige Steigerung auf 8,8 Mrd. Pfund (9,7 Mrd. Euro) hin. Die operativen Gewinne stiegen um fast 50 Prozent, bei Tui auf 450 (Ebita), bei Cook auf 400 Mio. Euro (Ebit). Für das laufende Jahr hatten sich beide mit Kapazitätseinschränkungen von über zehn Prozent auf schlechtere Zeiten eingestellt.

Tui vermeldete entsprechende Buchungsrückgänge in der Sommersaison. „Das Geschäft entspricht den Erwartungen“, erklärte Long. Die Nachfrage nach Urlaubsreisen und das Angebot seien letztlich ausgeglichen gewesen. Fontenla-Novoa äußerte sich ähnlich. Beide Veranstalter verzeichneten gegen Ende des Sommers eine steigende Nachfrage an Last-Minute-Buchungen, so dass der Cook-Chef sich sogar sehr zufrieden über das Geschäftsjahr äußerte.

Cook hatte seine für das Reisejahr 2009/2010 ausgesprochene Gewinnprognose von 480 Mio. Pfund bereits Mitte August auf 420 bis 430 Mio. Pfund gesenkt. Auch wenn das Schlimmste noch nicht vorbei sei, so Fontenla, halte er weiter an dieser Gewinnprognose fest.

Kein Thema ist für Cook derzeit eine Trennung von der deutschen Ferienfluggesellschaft Condor. Nachdem die Konsolidierung des deutschen Luftfahrtmarktes – über eine Verbindung der ehemaligen Lufthansa-Tochter mit Air Berlin oder eine Allianz zwischen Condor, Germanwings und Tuifly – gescheitert sei, gebe es derzeit keine Verkaufspläne. Die deutsche Airline habe sich mit einem Ertragsplus von drei Prozent durch starke Buchungen in den letzten Wochen gut behauptet.

Tui Travel wird seine Anteile von knapp zehn Prozent an Air Berlin – im Gegenzug übernimmt die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft die deutschen Städteverbindungen von Tuifly – an die deutsche Mutter Tui AG übergeben, sobald der Deal von den Kartellbehörden genehmigt ist. Dies sei ein Schritt im Rahmen der vorzeitigen Rückzahlung des Milliarden-Gesellschafterdarlehens an die Mutter, der am Dienstag bekanntgegeben worden war.urde.

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