Reisekonzern
Tui verfehlt Erwartungen

Da hat sich Tui kein verfrühtes Weihnachtsgeschenk gemacht: Der Reise- und Schifffahrtskonzern hat im dritten Quartal trotz höherer Erlöse unter dem Strich deutlich weniger verdient als im Vorjahr und die Erwartungen enttäuscht.

HB HANNOVER. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand allerdings weiterhin mit einem höheren operativen Ergebnis, wie der inzwischen in den MDax abgestiegene Konzern am Freitag in Hannover mitteilte. Der Gewinn nach Minderheitsanteilen Dritter ging von 440,9 auf 256,1 Mio. Euro zurück. Analysten hatten im Schnitt mit 334,5 Mio. Euro gerechnet.

Gründe waren vor allem Kosten für die Integration der britischen First Choice, der schwache Kurs des britischen Pfunds und ein Gewinnrückgang der aufgegebenen Sparte Containerschifffahrt. Der Umsatz der Touristiksparte, auf die sich Tui künftig konzentrieren will, erhöhte sich wegen der erstmaligen Einbeziehung von First Choice um rund 17 Prozent auf 6,8 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis der Sparte legte um 15 Prozent auf 795 Mio. Euro zu.

Der operative Gewinn einschließlich der Container-Reederei Hapag-Lloyd sank von 767 auf 660 Mio. Euro, während Analysten einen Anstieg auf 777,3 Mio. Euro erwartet hatten.

Für den Gesamtkonzern erwartet der Vorstand im Gesamtjahr unverändert einen deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses. Allerdings drückten Sonderbelastungen aus der Fusion von First Choice und der Tui Touristiksparte das Nettoergebnis deutlich. In der Touristik werde mit einem deutlichen Anstieg des operativen Ertragsniveaus gerechnet.

In der laufenden Wintersaison 2008/2009 sowie in der Sommersaison 2009 werde Tui erneut bei der Bemessung der Kapazitäten flexibel auf die Nachfragesituation reagieren. In der Containerschifffahrt, von der sich Tui trennt, erwartet der Konzern trotz eingetrübter Konjunktur für das Geschäftsjahr 2008 eine deutliche Steigerung des Ertragsniveaus.

Der TUI-Vorstand hat noch nicht über die Verwendung der Einnahmen aus dem Hapag-Lloyd-Verkauf entschieden. Darüber werde noch beraten, sagte Finanzvorstand Rainer Feuerhake am Freitag in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Der Erlös werde in jedem Fall nicht mehr im laufenden Jahr verbucht, sondern erst 2009. Der Verkauf der Container-Reederei an ein Hamburger Konsortium soll voraussichtlich im Januar abgeschlossen werden. Zur Diskussion stehen bislang ein Abbau der Konzernschulden, eine Ausschüttung an die Aktionäre und zusätzliche Investitionen in die Touristik, etwa in die ausstehenden Aktien der Tochter TUI Travel.

TUI verkauft Hapag-Lloyd zu einem Unternehmenswert von 4,45 Mrd. Euro inklusive Schulden an eine Gruppe Hamburger Investoren und erwirbt für 700 Mio. Euro eine Beteiligung von 33,33 Prozent an der neuen Gesellschaft. TUI erwartet aus dem Geschäft einen Buchgewinn von einer Milliarde Euro.

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