Reisekonzern
Tui vor einer Fahrt ins Ungewisse

Die geplante Allianz der Fluggesellschaften Tuifly und Air Berlin steht laut Tui-Chef Michael Frenzel kurz bevor. Außerdem verordnet sich Tui angesichts der Wirtschaftskrise ein Sparprogramm in der Containerschifffahrt. Schließlich fielen die Zahlen für 2008 nicht so aus wie erhofft.

HANNOVER. Auf dem Weg zurück zum reinrassigen Touristikunternehmen steht Europas größter Reisekonzern Tui vor einer Fahrt ins Ungewisse. Zwar bemühten sich Vorstandschef Michael Frenzel und sein Finanzvorstand Rainer Feuerhake gestern bei der Vorlage der Bilanzzahlen für 2008, Zuversicht auszustrahlen. Bis auf die Prognose, nach einem negativen Konzernergebnis zumindest im laufenden Jahr in der Touristik in die schwarzen Zahlen zurückkehren zu können, blieb das Managment bei den Perspektiven jedoch eher vage.

„Ich glaube, aktuell ist nicht die Zeit für strategische Visionen. Oberste Priorität hat, das Konzernschiff in einem höchst volatilen Umfeld auf Kurs zu halten“, sagte Frenzel. Das werde aber gut gelingen; mit den Marken und Markenpositionen in der Touristik sei Tui „gut gerüstet“.

Das eigentliche Reisegeschäft ist seit Herbst 2007 in der an der Londoner Börse notierten Tui Travel, einer Fusion aus den Tui-Tourismus-Aktivitäten und dem britischen Reiseveranstalter First Choice Holidays zusammengefasst.

Lediglich das lukrative Hotelgeschäft und der Kreuzfahrtenmarkt laufen unter der Flagge der AG in Hannover. Integrationskosten von 440 Mio. Euro bei der 50:50-Zusammenführung von First Choice und Tui hätten für das Minus in der Konzernbilanz geführt, sagte Frenzel. Es sei aber angesichts hoher Synergieeffekte von 200 Mio. Pfund „eine Vorleistung, die sich auszahlen wird“. Schon 2009 werde der Sonderaufwand so sinken, dass ein positives Ergebnis zu erwarten sei. Der Konzern müsse sich in der Krise auf ein striktes Kosten- und Kapazitätsmanagement konzentrieren, mahnte NordLB-Analystin Martina Noß.

Welche strategischen Spielräume der Konzern künftig hat, hängt weitgehend davon ab, wie Tui nach dem am Montag abgeschlossenen Verkauf der Containerschiffsreederei Hapag-Lloyd, bisher eine hundertprozentige Tochter, in den nächsten Jahren aus der unternehmerischen Verantwortung bei der Hamburger Gesellschaft entlassen wird. Feuerhake erklärte, im laufenden Geschäftsjahr werde zwar ein „Abgangsgewinn“ aus der Veräußerung die Bilanz der Tui um eine Milliarde Euro deutlich verbessern. Geplant ist ein Ausstieg auf Raten bis 2014, bei dem dann nach und nach weitere 2,4 Mrd. Euro fließen sollen.

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