Reisekonzern will verstärkt über das Internet verkaufen
Tui könnte Reisebüro-Provisionen kappen

Nach der Lufthansa droht auch der Tui-Konzern, keine Provisionen mehr an Reisebüros zu zahlen. Konzernchef Frenzel setzt verstärkt auf das Internet und denkt an einen virtuellen Reiseanbieter.

HB BERLIN. Der Vorstandschef des Reisekonzerns Tui, Michael Frenzel, schließt nicht aus, dass sein Unternehmen ähnlich wie die Deutsche Lufthansa den Reisebüros künftig weniger oder gar keine Provisionen mehr bezahlt. «Während beratungsintensive Produkte wie die klassische Flugpauschalreise nach wie vor überwiegend im Reisebüro verkauft werden, nimmt der Vertrieb von Flugtickets über das Internet deutlich zu», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung», wie das Blatt am Samstag berichtete.

Dem sich dadurch entwickelnden harten Preiskampf werde Tui sich nicht entziehen können. Es müsse als Reaktion erlaubt sein, über differenzierte Preis- und Provisionsmodelle gemeinsam mit der Branche nachzudenken.

Die Lufthansa hatte Anfang Dezember vergangenen Jahres angekündigt, den Reisebüros künftig keine Provision für den Verkauf von Flugtickets mehr zahlen zu wollen. Diese sollten statt dessen eine Gebühr für ihre Beratungsleistung aufschlagen. Die Airline selbst verlauft die Tickets ohne diesen Zuschlag. Trotz heftiger Proteste unter den Reisebüros haben sich nach Lufthansa-Angaben inzwischen die meisten Reisebüros gebeugt und entsprechend geänderte Verträge mit dem Unternehmen unterzeichnet.

Beim Vertrieb setzt Tui Frenzel zufolge verstärkt auf das Internet. Selbst ein virtueller Reiseanbieter sei «natürlich denkbar». «Entsprechende Gespräche werden zurzeit geführt», sagte Frenzel weiter.

Bereits im kommenden Jahr würden nach Konzern-Schätzungen zehn Prozent aller Ausgaben für Urlaubs- und Geschäftsreisen in Europa über das Internet getätigt, sagte Frenzel zur Begründung. «Wir sprechen hier immerhin von etwa 28 Milliarden Euro», rechnete der Vorstandschef vor.

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