Reisekonzern will weniger Last-Minute-Angebote
Thomas Cook zieht Konsequenzen aus der Krise

Aus der seit zwei Jahren andauernden Krise in der Reisebranche zieht der Touristik-Konzern Konsequenzen. Europas zweitgrößter Reisekonzern zielt dabei in erster Linie auf Deutschland als wichtigsten Touristikmarkt.

HB FRANKFURT. Die teilweise bereits bekannten Einzelmaßnahmen wie Abbau von einem Viertel der eigenen Flugkapazitäten, flexible Preise und individuelle Reiseangebote sowie eine Neuordnung der Veranstaltermarken seien Teil eines Gesamtkonzeptes zur Neupositionierung der gemeinsamen Touristiktochter der Konzerne Lufthansa und Karstadt, sagte Thomas Cook-Vorstand Peter Fankhauser am Donnerstagabend vor Journalisten in Frankfurt.

Die Reisebranche habe in den zwei vergangenen Jahr nicht einfach nur eine Krise erlebt, sondern einen regelrechten „Strukturbruch“. Allerdings gingen alle Studien davon aus, dass die Touristik eine Wachstumsbranche bleibe, jedoch unter stark veränderten Bedingungen, sagte Fankhauser. Die Buchungen bei Cook für die Wintersaison lägen in Deutschland nach einem katastrophalen Start in der Frühbucherphase mittlerweile im einstelligen Prozentbereich über dem Vorjahr. Eine Prognose für das kommende Jahr wollte Cook allerdings nicht geben.

Der Markt leide noch unter Überkapazitäten, „weil Wettbewerber noch immer an ihren hohen Kapazitäten festhalten“, kritisierte Fankhauser. Die Folge seien die aktuellen Preiskämpfe und ein Verfall der Gewinnmargen.

"Bucher bleibt wichtigster Last-Minute-Anbieter"

Thomas Cook wolle der Reisekonzern mit den niedrigsten Kosten werden und sich künftig auf vier Marken konzentrieren. Neckermann als Massenmarke für preiswertes Reisen soll binnen kurzer Zeit billigster Anbieter werden. Thomas Cook als teurerer Veranstalter für individuelleres Reisen soll Marktführer Tui Konkurrenz machen. Aldiana für Cluburlaub soll binnen fünf Jahren die Zahl seiner Anlagen von elf auf 20 nahezu verdoppeln und somit ebenfalls gegen Tui und dessen Club-Tochter Robinson antreten. Bucher bleibe wichtigster Anbieter für Last-Minute-Trips in Reisebüros, erläuterte der für Deutschland zuständige Bereichsvorstand Detlef Altmann.

Der Anteil der besonders billigen Last-Minute-Reisen betrage derzeit mehr als 30 Prozent am gesamten Geschäft. Damit lasse sich kein Geld verdienen, sagte Fankhauser. Deshalb werde Cook versuchen, das Last-Minute-Geschäft massiv zurückzufahren. Auch normale Pauschalreisen würden immer kurzfristiger gebucht, sagte Altmann. Nur noch sehr wenige Kunden würden sich lange vor ihrem Urlaubsantritt entscheiden.

Das „flexibles Pricing“ mit schwankenden Tagespreisen für die „Neckermann Preisknüller“ ist nach den Worten Fankhausers ein Markttest, der bei Erfolg auf andere Bereiche ausgedehnt werden könne. Aber die Reisekataloge mit Festpreisen würden deshalb nicht vollends verschwinden.

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