Reisekonzern
Wyser-Pratte will Tui aufspalten

Der kürzlich beim Reise- und Schifffahrtskonzern Tui eingestiegene US-Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte strebt die Aufspaltung des Unternehmens an.

HB FRANKFURT. Dies und die Ablösung von Vorstandschef Michael Frenzel würden den Wert der Tui AG steigern, sagte er am Montag. Zugleich schränkte er Aussagen vom Wochenende, er wolle seinen Anteil an dem Konzern aufstocken, wieder etwas ein. Inwieweit er weitere Tui-Aktien erwerbe, hänge „von den Umständen“ ab. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Bislang hält er nach früheren Angaben ein Prozent an Tui.

Wyser-Pratte setzt auf andere kritische Aktionäre. „Ich war bereits in Kontakt mit vielen Anteilseignern“, sagte der für sein aggressives Auftreten bekannte Investor. Ob dazu auch der norwegische Großreeder John Fredriksen zähle, der seit kurzem mehr als fünf Prozent Tui-Aktien hält, wollte Wyser-Pratte nicht sagen.

Fredriksen könnte nach Ansicht von Branchenexperten ein Interesse an einer Abtrennung der Schifffahrt von Tui haben. Wyser-Pratte bekräftigte seine Vorwürfe gegen Konzernchef Frenzel, beklagte die Gehaltssteigerungen in den vergangenen Jahren und kritisierte die Konzernstruktur mit zwei voneinander getrennten Sparten.

Der US-Investor hatte seine Pläne in der vergangenen Woche exklusiv in einem Handelsblatt-Gespräch bekannt gemacht. Dies hatte am Freitag bereits einen Tui-Kurssprung von fünf Prozent ausgelöst. Am Montag war Tui erneut bester Wert im Deutschen Aktienindex mit fast fünf Prozent Zuwachs. Damit hat Wyser-Pratte mit der Interview-Serie den Wert seines eigenen Paketes binnen drei Tagen um vier Millionen Euro gesteigert. Allerdings müsste er nun für Aktienzukäufe entsprechend mehr ausgeben.

Tui wollte sich auch am Montag nicht zu der Kritik des Amerikaners und dessen Strategie äußern. Am Freitag hatte es in Hannover lediglich geheißen, man wisse bislang nichts von der Beteiligung. Wyser-Pratte hat zuvor bereits mit Investments bei anderen Unternehmen Einfluss auf die Unternehmensstrategie genommen, unter anderem beim Anlagenbauer IWKA, der heute unter dem Namen „Kuka“ firmiert.

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