Reisekonzerne
Türkei wegen Vogelgrippe weniger attraktiv

Führende Reisekonzerne bekommen die Vogelgrippe in der Türkei mittlerweile auch zu spüren. Die Nachfrage nach Urlaubsreisen in das Land am Bosporus ist deutlich gedämpft.

HB FRANKFURT. Europas größte Anbieter Tui und Thomas Cook sowie die auf Türkeiurlaub spezialisierte Öger-Gruppe erklärten am Montag, im Laufe der vergangenen Woche sei die Zahl der Neubuchungen im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Es sei aber noch zu früh, daraus Einschätzungen für das diesjährige Türkei-Geschäft abzuleiten, sagten Sprecher der Unternehmen.

„Seit Mittwoch voriger Woche haben wir etwas verhaltenere Buchungseingänge für die Türkei. Man muss aber vorsichtig sein, daraus zu viel abzuleiten“, sagte Tui-Sprecher Kuzey Esener. Man müsse noch einige Zeit abwarten, um eindeutige Aussagen zu den Auswirkungen der Vogelgrippe auf das Türkei-Geschäft zu treffen. Konkrete Angaben zum Buchungsstand wollte Tui nicht machen. Die Türkei zählt für Tui nach Spanien zu den wichtigsten Urlaubsländern mit sieben Prozent des gebuchten Umsatzes im Touristikjahr 2004/2005 (bis 31. Oktober).

Der zu Karstadt-Quelle und Lufthansa gehörende Reisekonzern Thomas Cook mit dem Veranstalter Neckermann verzeichnet bislang einen Zuwachs der Sommerbuchungen für die Türkei im Jahresvergleich. In der vorigen Woche sei aber zurückhaltender gebucht worden, sagte eine Sprecherin. Bei Öger-Tours sei die erste Wochenhälfte unverändert gut gebucht worden. „Donnerstag und Freitag waren dann leicht rückläufig“, sagte eine Sprecherin.

Nach Bekanntwerden der ersten Todesfälle durch die Übertragung des Vogelgrippe-Virus auf Menschen sahen Tui und andere Veranstalter zunächst keine unmittelbaren Gefahren für das Reisegeschäft und warnten vor Panikmache. In der Türkei waren drei Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Knapp zwei Dutzend haben sich nach offiziellen Angaben infiziert. Eine Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch ist bislang nicht nachgewiesen.

Nachdem sich die Tierseuche im Laufe der vergangenen Woche sich allerdings von der Osttürkei Richtung Westen ausbreitete und vereinzelt die Urlaubszentren an der Ägäis erreichte, büßten Aktien von Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften an den Finanzmärkten europaweit mehrere Prozent an. Die Tui-Aktie gab am Montag leicht auf 17,67 Euro nach.

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